Von Dividenden leben – Planung, Kontrolle & Steuerung

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Wochenend-Thema: Von Dividenden leben – Planung, Kontrolle & Steuerung

Erstmal wollte ich mich bei den Lesern des Blogs bedanken – euer Feedback auf meinen ersten Artikel zum Thema Dividenden-Literatur war so gut, dass mich der Gastgeber des Blogs um weitere Artikel gebeten hat. Gemeinsam haben wir beschlossen, das Thema Literatur erst in ein paar Wochen fortzuführen und dieses Wochenende über etwas sprechen, das bereits in den Kommentaren des alten Artikels für Diskussionsstoff gesorgt hat: wenn man von Dividenden leben möchte, benötigt man einen Plan und die ständige Kontrolle.

Vorab: ich kann euch nicht sagen, wie ihr es am besten machen sollt, und oder ihr sicher am Ziel angelangt. Das kann vermutlich niemand. Alles, was ich machen kann, ist offenzulegen, wie ich es mache und warum ich es so mache. Ziel soll natürlich auch sein, dass möglichst Fehler Leser in den Kommentaren erklären, wie sie es machen und warum.

Ich fange einfach mal an: im Sommer 2013 habe ich mich dazu entschlossen, ein ordentliches Dividendendepot aufzubauen. Das war ein guter Anfang, doch war mir trotz Stabilitätsgedanke nicht ganz wohl bei der Sache, als z.B. ein Procter & Gamble mal eben 12% im Minus waren  und auch Coca-Cola nach 17% im Plus wieder 10% verlor [1].

Nach der Lektüre von „The Ultimate Dividend Playbook“ änderte ich mein Denken [2]. Ganz wie der Autor es vorschlägt, fing ich an Mr. Market zu ignorieren [3], und mich auf den Einkommenstrom zu konzentrieren, anstatt auf den Marktwert der Aktien.

Mein Tracking vorher sah so aus (Werte habe ich bewusst verändert und sind beispielhaft – alle Zahlen sind irgendwo in der Mitte zwischen Realität und Vertuschung):

 

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Man sieht, es maß den Marktwert meiner Aktien, in allen möglichen Formen. Ich hatte Auswertungen nach Industrien, Geografien, etc, aber in Wahrheit haben sie mir nicht geholfen, da sie Dinge zeigten, die ich nicht kontrollieren konnte – nämlich wieviel die Aktien gerade wert waren. Was brachte es mir zu wissen, dass 65% meiner Aktien aus den USA kamen? Einem Kursgewinn-Investor ist das vielleicht wichtig, nicht aber einem Dividendeninvestor. Der möchte doch eher wissen, wieviel seines Einkommens aus den USA kommt, und das ist sicher nicht 1:1 zur Marktwertaufteilung.

Mein Tracking nach dieser Erkenntnis sah so dann aus: Die Auswertungen bezogen sich von nun an auf den Einkommens-Stream und nicht auf den Marktwert der Aktien, zum Beispiel:

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Damit kontrolliere ich wöchentlich meinen Einkommen durch Dividenden, anstatt den Marktwert der spendierenden Firmen zu kontrollieren. Das heißt, ich wusste ab sofort, dass wenn ich 1.000 EUR im Jahr durch Dividenden einnahm, 150 EUR davon aus Immobilienpapieren kamen, 120 EUR aus der Ölindustrie und 50 EUR aus der Versicherungsbranch.

Später, nach der Lektüre von The Dividend Lie, kamen noch weitere Auswertungen hinzu [4]. Ich wollte wissen, mit welchem Risiko meine Einkommensquelle behaftet sind, und damit wieviel EUR pro Jahr aus High Yields, Aristokraten, etc kommen:

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Ich ging sogar soweit, dass ich wissen wollte, welche Company welchen Anteil zu meinem Einkommensstrom beiträgt (hier kann ich schwer faken, desh. Hab ich einige Unternehmen durchgestrichen – so bleibt es spannenderJ)

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Wie war das mit dem Plan?

Bis ins Frühjahr 2014 hatte ich zwar den Gedanken gefasst, von Dividenden irgendwann mal leben zu wollen, doch ich hatte keinen richtigen Plan, nur eine simple Hochrechnung. Warum ein Plan einfach unabdingbar ist, erklärt zB. der DGI Blogger in diesem Artikel [5].

Wie schon anderswo erzählt, entnahm ich dem eBook The Dividend Lie die dort mitgelieferten Excel-Pläne als meine Basis. Ich nahm diese Pläne als Basis und schuf meinen eigenen, der nun in etwa so aussieht:

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Ich weiß also im Detail, wieviel mein Depot wachsen muss, um an mein Ziel zu gelangen – und wieviel Kursanstiege, Dividenden und frisches Geld jeweils dazu beitragen müssen.

Dazu gibt es eine schöne Tabelle für die Ist-Wert, was ca. so aussieht (entspricht leider nicht der Realität, 30 KEUR pro Jahr einzuzahlen wäre schön 🙂 ):

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Diese Kombination, aus Planwerten auf die nächsten 20 Jahre, pro Jahr auf Monate hinuntergebrochen und den wirklichen IST-Werten, die einmal pro Monat eingetragen werden, ergaben sich mir nette Möglichkeiten, das Dividendeneinkommen und die Zielerreichung zu tracken:

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Ich sehe also, wo ich heute in Relation zu meinem langfristigem Ziel stehe, ich sehe aber auch bereits, wo ich 2015 lande werde, wenn ich keine weiteren Käufe/Verkäufe mehr tätige (Dividenden-Wachstum ist in der Forward-Kurve noch nicht berücksichtigt. Das ist dann die Butter auf dem Brot und sollte eigentlich ein Übertreffen ds Forwards ermöglichen).

Weiters sehe ich auf einen Blick, wieviel ich im Monat investieren muss, um mein Ziel zu erreichen, mit 50 Jahren (also in 20 Jahren) inflationsbereinigte 2.000 EUR pro Monat an Dividenden zu kassieren. Ich sehe, wieviel mein Depot von September auf Oktober wachsen muss, ich sehe, wieviel die Dividenden dazu beigetragen haben und ich sehe, wieviel die Kursanstiege dazu beigetragen haben. Damit weiß ich, wieviel Kapital ich hineinpumpen muss, um den Plan zu halten. Sprich – fällt mal eine Dividende aus, oder bleiben Kursanstiege aus (oder gibt es gar Rückgänge), kann es mit frischem Kapital kompensiert werden. Umgekehrt, gibt es gute Kursanstiege, könnte ich mich (wenn ich wollte), mit Kapital in diesem Monat zurückhalten.

Wer glaubt, dies sei alles sehr aufwändig und kompliziert, der irrt! Ich habe mir dieses Tracking einmal gebaut, seitdem muss ich nur noch eines tun: kommt eine Dividende rein, wird diese in einer Tabelle eingetragen (siehe nächste Grafik). Den ganzen Rest – die Auswertungen, die Plan/Ist Datenvergleiche, Graphen, etc werden automatisch erstellt:

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Das einzige, was ich sonst noch eintrage sind klarerweise Aktienkäufe, also wieviel Euro ich neue Aktien eingekauft habe und welchen erwarteten Dividendenfluss diese erzeugt.

Meine liebe Dividenden-Gemeinde, ich habe euch nun gezeigt, wie ich meinen Einkommensfluss durch Dividenden plane, kontrolliere und steuere. Ich freue mich auf Eure Kommentare, und noch viel mehr darauf zu erfahren, wie ihr das so macht und was die Vorteile und Nachteile davon sind.

Alles Liebe – heute mal aus Frankfurt,
Eure Simbi

 

Anmerkungen:

[1] der starke Euro hat da im Herbst/winter 2013/2014 mitgeholfen

[2] Ich möchte hier gleich mal darauf hinweise, dass ich keinerlei amazon-affiliate Links oder dergleichen verwende, auch wenn ich gerne und viel über Bücher schreibe. Ich verlinke hier nur, damit es für den Leser möglichst bequem ist, im Interessefall das Buch zu checken.

[3] Ein Konzept aus The Ultimate Dividend Playbook. Mr. Market bezeichnet den Markt, der unbehrrschbar und nicht immer rational ist (Was kontrovers diskutiert werden kann). Jedenfalls ist die Quintessenz, dass wir, die (Klein-)Anleger, keinen Einfluss auf den Martk haben.

[4] The Dividend Lie habe ich unter anderem auch im Literaturartikel beschrieben.

[5] Diesen Blog finde ich im Übrigen einen der besten englischsprachigen Blogs zum Thema Dividendn Income. Auch wenn der Autor teilweise kommerzielle Absichten hat (der Newsletter ist zwar „free“, aber es kommen dauernd Werbungen rein), schreibt er gute Artikel, und hat nicht so ganz extreme Ansichten, wie zB. der Jason von Dividend-Mantra, der mir teilweise auf die Nerven geht mit seiner „extremen Frugality„.

 

94 thoughts on “Von Dividenden leben – Planung, Kontrolle & Steuerung”

  1. Hallo Simbi,

    vielen Dank für diesen Super Beitrag echt spitze.

    Ich finde deinen Ansatz ziemlich interessant. Du rechnest ja mit einer Durchschnittlichen Netto Dividende deines Depots von 2,8% ?! Ist diese frei gewählt oder kommt die aus einem der Bücher ?

    Was ich nicht ganz verstehe warum rechnest du den Zuwachs durch Kursanstiege mit ?
    Dadurch wird doch nicht deine Netto-Dividende erhöht sondern nur der Wert der Aktie selbst.

    Nach meinen Berechnungen müsste man ca 850.000€ Depotwert erreichen um mit einer Nettodividende von 2,8% monatlich 2000€ zu erwirtschaften.

    Als letzte frage wie stufst du das Risiko ein ? Also nach welche Kriterien ist ein Investment ( High,Medium,Low )

    Grüße und schönes Wochenende

    fridayy

      (Zitieren)

     
  2. „Ganz wie der Autor es vorschlägt, fing ich an Mr. Market zu ignorieren“

    Ignorieren würde ich Mr. Market sicherlich nicht. Es genügt, ihn auf strategischer Ebene nicht zu berücksichtigen, also bei der geplanten Titelauswahl für die Depotstruktur.
    Auf taktischer Ebene, also bei der Reihenfolge der einzelnen Käufe, halte ich die aktuelle Marktbewertung hingegen für den wichtigsten Aspekt („der Gewinn liegt im Einkauf“): Wenn ich zwei Aktien mit
    * gleichem Gewinnwachstum,
    * gleicher Dividendenrendite und
    * gleicher Robustheit
    zur Auswahl habe, dann halte ich 2 KGV-Punkte Differenz bei der Bewertung für einen ausschlaggebenden Faktor bei der Reihenfolge meiner Käufe.

    „Einem Kursgewinn-Investor ist das vielleicht wichtig, nicht aber einem Dividendeninvestor. Der möchte doch eher wissen, wieviel seines Einkommens aus den USA kommt, und das ist sicher nicht 1:1 zur Marktwertaufteilung.“

    Das ist aber eine recht kurzfristige Sichtweise.
    In der Aktienbewertung steckt ja letzten Endes drin, welche Gewinne (und damit welches Dividendenausschüttungspotenzial) die Aktiengesellschaft in der Zukunft erzielen soll; in der reinen Dividendenrendite ist die Steigerungsrate der Ausschüttungen komplett ausgeblendet. Auf lange Sicht ist die Marktkapitalisierung durchaus ein brauchbares Maß für die Währungsabhängigkeit der Investments.
    Generell halte ich es für falsch, zwischen einem „Dividenden-Investor“ und einem „Kursgewinn-Investor“ zu unterscheiden, denn der „Kursgewinn-Investor“ kann seine erzielten Gewinne jederzeit realisieren und in Dividendenaktien reinvestieren – und wenn er den höheren Wertgewinn erzielt hat, dann liegt er gegenüber dem reinen „Dividenden-Investor“ vorne.
    Gerade zu Beginn der Ansparsphase halte ich hohes Wachstum (ggf. auch mit einem erhöhten Risiko) für besonders wichtig. Je näher man dem Ziel des Plans gekommen ist, desto weniger Risiko will man haben und kann deshalb in späteren Phasen wachstumsorientierte Depotanteile durch ausschüttungsstabile TItel ersetzen (was insbesondere eine Erhöhung des Anteils an Zinsanlagen mit einschließt).

    „Ich hatte Auswertungen nach Industrien, Geografien, etc, aber in Wahrheit haben sie mir nicht geholfen, da sie Dinge zeigten, die ich nicht kontrollieren konnte – nämlich wieviel die Aktien gerade wert waren“

    Wie gut kannst Du Dividendenkürzungen oder -streichungen „kontrollieren“?
    Und einen Überblick über die Klumpenrisiken des Depots (Branchen ebenso wie Währungs- und Politikräume) zu haben halte ich nicht für verkehrt.

    „Warum ein Plan einfach unabdingbar ist, erklärt zB. der DGI Blogger in diesem Artikel [5].“

    Ein Plan klingt zwar auf den ersten Blick hilfreich, aber was genau tust Du, wenn Du erkennst, dass der Plan nicht einzuhalten ist – beispielsweise weil aufgrund der aktuellen finanziellen Repression die vor wenigen Jahren noch durchaus realistisch erscheinenden Renditen (sowohl für Kursgewinne als auch für Dividenden) nicht mehr zu erzielen sind?
    Wenn das Zinsniveau auf rekordniedrige Werte gedrückt wird (und an diesem orientieren sich die Dividendenrenditen, weil frustrierte Zinsanleger auf Dividendenaktien umsteigen und dadurch deren Kurse in die Höhe treiben), dann kannst Du nicht einfach Deine Einzahlungshöhe verdoppeln.
    Unser „Depot-Cashflow“ ist derzeit niedriger als vor der Finanzkrise; der Depotwert ist jedoch deutlich höher. Das liegt einerseits an den aktuell niedrigen Marktrenditen und andererseits an einer bewussten Senkung des Cashflow durch den Ausstieg aus Argentinien-Anleihen.
    Der Markt gibt mir das Machbare vor und kümmert sich nicht um eventuelle Pläne. Deshalb orientiere ich mich an keinem Plan, sondern suche opportunistisch nach dem „aktuell kleinsten Übel“.

    „Ich weiß also im Detail, wieviel mein Depot wachsen muss, um an mein Ziel zu gelangen – und wieviel Kursanstiege, Dividenden und frisches Geld jeweils dazu beitragen müssen.“

    Dies halte ich für die wertvollste Botschaft aus Deinen Tabellen: Der Wertzuwachs durch Kursgewinne (4%) soll höher ausfallen als der Wertzuwachs durch Dividenden (2,8%).
    Dies sollte Dich darauf hinweisen, dass ein Depot aus Aktien, bei denen die Dividendenrendite höher liegt als das Gewinnwachstum, Dein Ziel kaum erreichen wird.
    Dein klassisches „Jagdrevier“ sind also die robusten „4+3“-Aktien aus dem Nahrungsmittel- und Haushaltsgütersegment (BAT 5+4, Unilever 4+4, Coca-Cola 4+3, Nestlé 4+3, McDonald’s 3+4, P&G 2+3, Kellogg 2+3) – aber den einen oder anderen wachstumsstärkeren Titel (J&J 6+3, General Mills 6+3, Kimberly-Clark 6+3, Colgate 8+2) einzustreuen würde nicht schaden.
    6,8% Performance sind übrigens gar nicht mal hoch gegriffen (unser Depot-Mix peilt derzeit 6,3% Gewinnwachstum und 3,0% Dividendenrendite an). Du darfst also ausgesprochen hohe Maßstäbe in Sachen Robustheit für Dein Depot ansetzen und wirst immer noch passende Titel finden.

    „Weiters sehe ich auf einen Blick, wieviel ich im Monat investieren muss, um mein Ziel zu erreichen, mit 50 Jahren (also in 20 Jahren) inflationsbereinigte 2.000 EUR pro Monat an Dividenden zu kassieren“

    Wie machst Du die Inflationsbereinigung? Dazu müsstest Du die Entwicklung der Inflation vorhersagen können – und das schafft derzeit nicht mal die EZB, wie man aus ihren immer extremeren Maßnahmen schließen kann.

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  3. Hallo Fridayy,

    danke erstmal für das Lob. Zu deinen Fragen:

    1) Die 2,8% sind twas höher, als in den Bücher als realistisch empfohlen wird (nicht mehr genau sicher, was in den Büchern stand). Diese 2,8% netto erscheinen mir realistisch.

    2) Warum rechne ich den Kursanstieg mit? Ganz einfach: damit erspare ich mir das Schätzen und Planen von Dividendenwachstum. Ich sage einfach: Wenn McDonalds heute 3% Rendite abwirft, bei einem Kurs von $100, wird sie in 15 Jahren bei einem Kurs von $200 ebenfalls 3% abwerfen – und somit das Dividendenwachstum von 100% abbilden. Ist halt eine Vereinfachung. Auf kurz oder lang kommt das auch hin, wenn man sich historische Werte ansieht.

    3) Ja , würde hinkommen. Wobei ich da noch ein Faktoren mehr eingebaut habe, die ganze etwas komplizierter machen, aber das führt hier zu weit 🙂

    4) Die Risikoeinschätzung: Ein Dividenden Aristokrat, der seit 35 Jahren oder länger stetig die Dividende wachsen lies, ist für mich „Low risk“. Eine Seadrill ist für mich High risk (siehe heutige Entwicklung…würg). Ich mache die Einstufungen selbst Wert für Wert, aber man könnte auch eineFaustregel definieren: Renditen bis 3,0% brutto sind vermutlich eher low risk, Renditen von 3-5% medium und Renditen über 5% high risk. Stimmt aber nicht immer, zB habe ich AT&T und die Ösi-Post als lowrisk drinnen, obwohl sie beide 5% abwerfen.

    LG Simbi

      (Zitieren)

     
  4. Auf taktischer Ebene, also bei der Reihenfolge der einzelnen Käufe, halte ich die aktuelle Marktbewertung hingegen für den wichtigsten Aspekt (“der Gewinn liegt im Einkauf”).

    Genau, sehe ich genau so – hab ich die Aktie aber ersteinmal im Depot, blende ich den Markt aus. Ansonstent könnt ich ja gleich Stop-Limits einziehen, dann hätte sich Seadrill schon längst verabschiedet, und btw auch ein procter & Gamble, mit denen war ichschon deutlich im Minus. na und? Jetzt bin ich 5% im Plus damit.

    Generell halte ich es für falsch, zwischen einem “Dividenden-Investor” und einem “Kursgewinn-Investor” zu unterscheiden

    Das muss jeder für sich entscheiden. Ich schlafe nachts besser, wenn ich mir keine Gedanken darüber machen muss, ob ich bestimmte Werte morgen früh kaufen oder verkaufen soll. Ich bin gekommen, um zu bleiben 🙂

    Wie gut kannst Du Dividendenkürzungen oder -streichungen “kontrollieren”?

    Deutlich besser als die Kursentwicklung. Wie wahrscheinlich ist es, dass Coca Cola nach 58 Jahren in Folge die Dividende kürzt? Gegen null. Wie hoch ist die Gefahr, dass die Aktie beim nächsten Earnings Announcement um 5% absackt? Deutlich höher – siehe erst im letzten Quartal.

    LG
    Simbi

      (Zitieren)

     
  5. Karl Napf: Ein Plan klingt zwar auf den ersten Blick hilfreich, aber was genau tust Du, wenn Du erkennst, dass der Plan nicht einzuhalten ist – beispielsweise weil aufgrund der aktuellen finanziellen Repression die vor wenigen Jahren noch durchaus realistisch erscheinenden Renditen (sowohl für Kursgewinne als auch für Dividenden) nicht mehr zu erzielen sind?
    Der Markt gibt mir das Machbare vor und kümmert sich nicht um eventuelle Pläne.

    Einen Plan zu haben und den Fortschritt zu tracken, bedeutet:
    a) Ich weiß, dass ich mein Ziel vorraussichtlich nich erreichen werde, sehr frühzeitig
    b) Ich kann sofort Gegenmaßnahmen ergreifen.

    Gegenmaßnahmen können sein, die Einzahlungen zu erhöhen. Selbstverständlich ist das möglich, ansonsten wäre mein Plan ja unrealistisch. Ich habe einen Cashpuffer von 100k, von dem ich 40-50 ohne weiteres in Krisenzeite investieren würde. Gleiches gilt ja, wenn ich VOR Plan bin – dann hat sich alles so gut entwickelt, dass ich weniger einzahlen muss und mehr Cash reserven (oder Anleihen, etc) bilde.

    Gegenmaßnahmen können auch sein, die ausfallenden High Yielder auf Low risk umzubauen. Wie oben geschrieben, KO wird auch in der ächsten krise weiter zahlen und erhöhen. Wie auch MCD. Wie auch T, wie auch PG, wie auch CL. Dann halt zu geringerer Rendite.

    Der Markt gibt mir gar nichts vor, weil ich ihn ignoriere (außer bei Kaufgelegenheiten).

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  6. Wie wäre es mit dem maximalen prozentualen Gewinnrückgang in den vergangenen 10 Jahren (meinem „Robustheit“-Wert) für Deine Risiko-Einstufung?

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  7. Simbabwe: Der Markt gibt mir gar nichts vor, weil ich ihn ignoriere (außer bei Kaufgelegenheiten).

    Während der frühen Ansparphase sind Geldzuflüsse aber der wichtigste Teil der Wertentwicklung (in Deinem Plan für 2014 machen sie 78% des Wertzuwachses aus).
    Mr. Market spielt derzeit noch die wichtigste Rolle für Deinen Plan – das wird sich erst in vielen Jahren inkrementell ändern.

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  8. Ist höchstens in Zusammenhang mit der Payout Ratio interessant. Was interessiert es mich, wenn der Gewinn von Colgate um 10% einbricht, solange die Payoutratio auf 48% steht? Gar nicht. Selbst wenn er drei mal hintereinander um 10% einbricht, ist mir das vollkommen Banane. Sie werden die Divs nicht kürzen.

    LG Simbi

      (Zitieren)

     
  9. Hallo Simbabwe,

    als ich deinen Artikel gelesen habe, musste ich erst mal laut lachen 🙂
    Positiv gemeint, denn da ist so vieles drin, wie ich das ebenfalls mache.
    Allerdings habe ich die Lektüren/Blogs erst später gesehen. Aber es interessant, dass man Nachdenken und vor allem dem Spielen mit Tabellen (um Zahlen und Auswirkungen greifbar zu machen) auf dieselben Ergebnisse kommt.

    Auf die Tabellen und das Tracking kommt man von ganz alleine, nur was man messen kann, kann man auch steuern.
    Z.B. das Ausgabeverhalten über Haushaltsbücher. Eine Cashflow-Planung zeigt einem wieviel Geld man am 15. in 3 Monaten auf dem Konto hat und ein optimierter Vollfinanzplan kann dir als Selbstständiger aufzeigen, was du als Steuern zurücklegen musst.

    Und so auch beim passiven Einkommen via Dividende. Als ich das selber erkannt habe, war ich erstaunt, dass sich immer mehr Leute im Netz zu dem Thema austauschen.
    Ich behaupte: wenn eine Idee mehrfach auf dieser Mumel (Erde) auftaucht, dann ich selber nicht so falsch liegen.

    Jetzt aber ein paar konkrete Rückmeldungen:

    Zu deinen ersten Käufen KO, PG
    Ich sage immer: ich kaufe mir Rendite. Wie der Kurs dann steht ist mir „fast“ egal.
    Wenn man dann Tabellen baut, in denen ein Sparplan simuliert wird, und das über 10 – 15 Jahre durchzieht, dann sieht man am Ende: man kauft nicht zum tiefsten Kurs, aber auch nicht zum höchsten aber die Dividenden nehmen von Jahr zu Jahr zu 🙂
    Selbst bei Einstiegen zu Höchstkursen, Berücksichtigung von Kosten und Steuern, es ist unglaublich was da zusammenkommt.

    Deshalb war mein Traum ein Sparplan wie eine kleine Gießkanne zu haben, die nicht in Fonds/ETFs investiert, sonder in Aktien.
    Inzwischen habe ich eine Bank (CC) gefunden, wo ich das gerade mal ausprobiere. Unserem Gastgeber habe ich das schon erzählt und wir werden dann mal die Ergebnisse zur Diskussion stellen.

    Dein erstes Tracking
    Ja, so etwas baut man wohl immer auf, aber man erkennt sehr schnell, das sagt einem Dividenden-Sammler nicht wirklich viel aus.
    Aber: ich habe das sofort für mich erweitert und mir meinen eigenen thesaurierenden Fonds gebaut.
    Zu Beginn habe ich 7K € reingelegt und mir 70 Anteile meines Fonds gekauft, der wiederum hat das Geld in entsprechende Aktien investiert. Das geht dann soweit, dass ich immer wieder eine „Kursfeststellung“ zu einem bestimmten Tag durchführe, weil dann wieder „frisches“ Kapital in den eigenen Fonds eingelegt wird.

    Das ist meine erste Performance die ich tracke. Ein Freund, dessen Portfolio ich auch tracke, war sofort am „nölen“, hier fehlt die Performance der Investitionen über die Zeit: Stichwort „Interne Zinsfussberechnung“. Hier hat unser Gastgeber auch schon mal drüber geschrieben: Renditeberechnung mit XINTZINSFUSS. Das führe ich zusätzlich durch.

    Meinen persönlichen Fonds nutze ich übrigens um anderen Menschen beim Sparen zu helfen. Nur bestimmten Personen versteht sich, weil es eine Vertrauenssache ist. Die Idee dazu ist mir übrigens nach der Lektüre der Buffet Biografie gekommen. Das Schneeball-Buch finde ich großartig und mir geht es da wie dir: es ist motivierend. Als Hörbuch macht es mir noch mehr Freude.
    Mich ärgert die antrainierte Hörigkeit gegenüber der Finanzindustrie: Bankberater, Rentenversicherungen etc. Also muss man hier im eigenen Umfeld gegensteuern. Bevor hier noch mal jemand einen Bausparvertrag andreht bekommt, wird das erst mal durch eigene Tabellen gedreht.

    Vielleicht ist das auch für dich mal eine Anregung.
    Das ist ein wenig Mühe, aber das macht mir dann auch recht viel Spaß. Der nächste Schritt wird sein, das Ganze in einer eigenen Depotverwaltung münden zu lassen. Dann reduziert sich der Aufwand auf: Eintippen von Dividenden, Einlagen, Kauf und Verkaufspositionen.

    Deine Tabellen, die du aus dem „Dividend Lie“ Buch abgeleitet hast habe ich ebenfalls in ähnlicher Form.
    Ich habe mir das Buch direkt nach deinem Artikel gekauft (das war die n-te positive Erwähnung, also muss was dran sein) und muss das mal durcharbeiten.
    Einen Unterschied sehe ich zu mir: für mich ist der Kursanstieg eher irrelevant. Ich sehe das immer als: ich erkaufe mir Rendite – und zwar zu einem bestimmten Zeitpunkt.
    Was mich dann mehr interessiert: wieviel konnte ich zusätzlich sparen und was ist dann an Rendite aus dem eingezahlten Kapital bei mir wieder an Ausschüttungen angekommen.
    Allerdings möchte ich vermeiden, dass mein Depot an Wert verliert, insofern betrachte ich das schon.
    Selbstverständlich habe ich auch den Anfängerfehler gemacht. zuerst auf High Yield zu schauen oder „ich will jetzt aber unbedingt XOM im Depot haben (natürlich zu teuer eingekauft 🙂 )“.
    Deshalb zeigt mir der aktuelle Depotwert, ob ich inklusive der Dividenden gesamtheitlich an Wert zugelegt habe oder „Rohrkrepierer“ gekauft habe. Dazu betrachte ich diesen (der dann die Kurszuwächse enthält).

    Auch deine IST-Tabelle mit den Folgegrafiken habe ich auch. Das ist zum einen mein Ansporn das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren aber manchmal auch das Bild, wie weit dieser Weg zur finanziellen Freiheit ist. Arbeiten werde ich immer an irgendwas, aber ich möchte das tun, weil es mir Spaß macht, aber nicht um eine Rechnung bezahlen zu können.

    Bei mir heisst die Tabelle übrigens „Rente REAL“. Hier ignoriere ich völlig potentielle Dividendensteigerungen, ich betrachte immer nur die reale aktuelle Ausschüttung (s.u. Dividendenkalender). Die Dividendensteigerungen, nehme ich als meinen ebenfalls nicht berücksichtigten Inflationsausgleich.
    Zinseszinseffekt sehe ich trotzdem, da ich die Ausschüttungen wieder reinvestiere, sie sich also gleich wieder in neuen Ausschüttungen niederschlagen.
    „Ich fange das Geld unten auf und werfe es oben wieder in die Geldmaschine.“

    Weitere Anregung: großen Spaß hatte ich zu Beginn, mir einen Dividendenkalender aufzubauen. Der sagt mir wieviel mir welche Aktie wann was ausschüttet. Den habe ich zweimal: 1x mit allen Ausschüttungen abzgl. 26% Steuer und einem EUR/US$ Kurs von 1,37. Der wird immer etwas negativer gehalten, mein worst case Szenario und dann der reale Kalender, mit den tatsächlichen Ausschüttungen. Es ist motivierender, wenn am Anfang der Freibetrag oder ein anderer Wechselkurs für positive Überraschung sorgt.

    So, genug geschrieben.
    Meine Meinung: +1
    Es ist interessant zu sehen, wie viele Menschen auf ähnlichen Wegen zum gleichen Ziel kommen.

    ~ Markus

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  10. Yep, so ganz darfst du das nicht ausser acht lassen.
    Die US-Firmen versuchen, im Zweifel durch Kreditaufnahme wie in 2008/2009, die Dividendenzahlungen nicht zu Kürzen, aber das kann trotzdem passieren.
    Die CCC-Liste von David Fish kennst du bestimmt auch, und auch seine Artikel die monatlich erscheinen und bei denen dann auch mal gewarnt wird, wenn eine Firma überfällig ist.
    Ich habe da noch die PBI (Pitney Bowes) im Kopf, nach 30 Jahren, zack mal so eben gekürzt, Kurs weggebrochen etc.
    David Fish hat in seiner Excel-Tabelle ein eigenes Blatt für diese „Kollegen“.

    ~ Markus

      (Zitieren)

     
  11. Hi,

    Simbabwe: Genau, sehe ich genau so – hab ich die Aktie aber ersteinmal im Depot, blende ich den Markt aus. Ansonstent könnt ich ja gleich Stop-Limits einziehen, dann hätte sich Seadrill schon längst verabschiedet, und btw auch ein procter & Gamble, mit denen war ichschon deutlich im Minus. na und? Jetzt bin ich 5% im Plus damit.

    Das muss jeder für sich entscheiden. Ich schlafe nachts besser, wenn ich mir keine Gedanken darüber machen muss, ob ich bestimmte Werte morgen früh kaufen oder verkaufen soll. Ich bin gekommen, um zu bleiben 🙂

    und deshalb habe ich keine Seadrill im Depot – die ist über einen ETF drin, aber das war es auch schon.
    Deshalb habe ich jetzt die ORI auch verkauft 🙂
    Mir war das einfach zu unsicher, bzw. ich hätte jetzt deutlich mehr Aufwand reinstecken müssen, um mal zu verstehen, warum die seit Jahren so negativ beurteilt werden, in der CCC – Liste (für mich ein guter Anhaltspunkt, weil hier eine Menge an Daten drin stehen) abstürzen.

    Also raus damit.
    Ich möchte es ebenso wie du „bequem“ und einfach haben.

    Deutlich besser als die Kursentwicklung. Wie wahrscheinlich ist es, dass Coca Cola nach 58 Jahren in Folge die Dividende kürzt?
    Gegen null. […]

    Grundsätzlich ja, aber sag niemals nie 😉
    Es gibt einfach zu viele Beispiele.
    Aber KO ist auch so ein Wert, der mich ruhig schlafen lässt.
    Einer von vielen – nie alle Eier in einen Korb usw.

    ~ Markus

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  12. Hallo Markus,

    habe eben nochmal nachgeguckt – ORI ist in der CCC Liste vom August 2014 aber schon noch enthalten – an Platz 78 der US Dividend Champions.

    KO Ist ein Traum, aber noch besser gefällt mir momentant MCD, mit der aktualisierten Rendite von 3,64%. Wow, und das für dieses Powerhouse (Karl Napf kommt jetzt sicher gleich mit fallenden Earnings-Prognosen für die nächsten Jahre, etc, etc … :))

      (Zitieren)

     
  13. Danke für deinen ausführlichen Kommentar – freut mich zu hören, dass du ebenfalls Trackings gebaut hast.

    Den Dividendenkalendar habe ich natürlich auch, der ist die Basis für die Plankurven 🙂

    Depotverwaltung – ja, das klingt ganz gut, aber zur Zeit macht mir das Tracken doch sehr viel Spaß und motiviert mich 🙂

    Ja ich hab auch vieles teuer gekauft – neulich zum Beispiel Cracker Barrell Old Country Store, die wollt eich unbedingt im Portfolio haben, und das nach einem guten Kursanstieg über die ltzten Jahre. Schön, dass der Kollege auf seekingalpha gestern geschrieben hat, dass der Wert von derzeit $103 in den nächsten 6 Monaten bis $173 steigen könnte … Mal schaun 🙂

    XOM hätte ich auch gerne, ist aber schon wirklich teuer bzw kleine Rendite. Leider ist mein Öl-Sektor schon überbesetzt (Shell, BP, Chevron, Seadrill).

    Dividend Lie – tja, ich hätte wohl Provisionen kassieren sollen für den Autor 🙂 Viel Spaß damit.

    Buffett Bio – als Hörbuch stell ich mir das auch gut vor! Hörbücher kommts halt immer stark auf den Sprecher drauf an. Ist der gut?

    Rendite kaufen – ja, das ist ein guter Ansatz, wobei ich natürlich möchte, dass sich die Rendite hält bzw steigert (also wie gesagt, wenn die Aktie bei 3% Rendite um 100% steigt, möchte ich ja, dass es dann immer noch 3% abwirft).

    LG Simbi

      (Zitieren)

     
  14. Hi,

    Simbabwe:
    habe eben nochmal nachgeguckt – ORI ist in der CCC Liste vom August 2014 aber schon noch enthalten – an Platz 78 der US Dividend Champions.

    Keine Frage, die sind da noch drin 🙂
    Aber schau dir mal die Werte zu Tweed und Chowder an.
    Ich bin da ein echter Fan von geworden. Ich wollte immer einfache Regeln haben, so wie bei allen Dingen im Leben.
    KISS finde ich gut. Alles was kompliziert ist ist fehleranfällig, etc.
    Da ist ORI nicht mehr überzeugend.
    Ich habe diverse Fehler gemacht und zu lange an manchen Werten festgehalten, das soll mir nicht mehr passieren. Deshalb habe ich die jetzt mal mit Gewinn abgestoßen schaue mal.
    Bei der CCC-Liste nehme ich übrigens immer die „All CCC“-Seite, damit mir aufstrebende Unternehmen nicht entgehen. Z.B. COP findest du auf der Contenders Seite.

    KO Ist ein Traum, aber noch besser gefällt mir momentant MCD, mit der aktualisierten Rendite von 3,64%. Wow, und das für dieses Powerhouse (Karl Napf kommt jetzt sicher gleich mit fallenden Earnings-Prognosen für die nächsten Jahre, etc, etc … :))

    Das finde ich so prima an Karl, er bringt unglaublich viele Anregungen.
    Ich versuche die Argumente zu verstehen und dann prüfe ich, ob es für mich passt.
    Ich persönlich bin geprägt davon, dass ich gerne auf dem Weg die herausfallenden Groschen aufsammle, ob nun steuerlich schlau oder nicht. Was ich habe, habe ich.

    ~ Markus

      (Zitieren)

     
  15. Hi,

    Simbabwe:
    Danke für deinen ausführlichen Kommentar – freut mich zu hören, dass du ebenfalls Trackings gebaut hast.

    Ohne geht es nicht. Sonst bist du mit deinem Schiff auf einem Ozean ohne Kompass. 🙂

    Den Dividendenkalendar habe ich natürlich auch, der ist die Basis für die Plankurven 🙂

    🙂 Ich schaue übrigens, dass ich mir den Wert kaufe, der gleich im nächsten Monat ausschütte. In dem Kalender sind auch einige „Plankäufe“ drin.

    Depotverwaltung – ja, das klingt ganz gut, aber zur Zeit macht mir das Tracken doch sehr viel Spaß und motiviert mich 🙂

    +1

    Ja ich hab auch vieles teuer gekauft – neulich zum Beispiel Cracker Barrell Old Country Store, die wollt eich unbedingt im Portfolio haben, und das nach einem guten Kursanstieg über die ltzten Jahre. Schön, dass der Kollege auf seekingalpha gestern geschrieben hat, dass der Wert von derzeit $103 in den nächsten 6 Monaten bis $173 steigen könnte … Mal schaun 🙂

    Mmh, muss ich mir mal ansehen, danke für den Tipp. Hatte zwischendurch mal DRI, aber der Restaurantbereich war mir dann erst mal zu unsicher, bis auf die MCDs, die gehen immer. Auch wenn es den Leuten finanziell nicht gut geht. Aber ich pack‘ mir die mal auf meine Watchlist.

    XOM hätte ich auch gerne, ist aber schon wirklich teuer bzw kleine Rendite. Leider ist mein Öl-Sektor schon überbesetzt (Shell, BP, Chevron, Seadrill).

    Mmh, jau, Karl hat zu XOM auch schon mal diverse Kommentare gelassen.
    Da kann ich nur Danke sagen, denn da ist mir ein Licht bzgl. IBM aufgegangen 🙂

    Meine Öl-Crew ist: CVX (erst durch Nachkäufe günstiger – da war ich auch zu leidenschaftlich, COP, RDS.B (als Tausch gegen die Total – die spinnen die Franzosen – wg. der Quellensteuer, habe ich erst zu spät gemerkt – wieder gelernt), XOM und PGH mal als Monatszahler eingesammelt.
    BP hatte ich auch mal angedacht, hier hätte ich auch mehr auf die Kurserholung spekuliert, aber dann war ich zu zögerlich, weil ich dachte, dass das Thema der Bohrinsel noch nicht 100% durchgestanden ist.

    Bau dir mal ein paar Tabellen in denen du Nachkäufe simulierst, dann wirst du auch bei XOM noch Freude entwickeln.
    Ich habe für mich festgestellt, dass sich diese Nachkäufe positiv bemerkbar machen. XOM ist für mich so ein Tanker, der eher nicht untergehen wird. Eine stabile Säule. Ja, keine 5%, aber auch Wertstabil.

    Dividend Lie – tja, ich hätte wohl Provisionen kassieren sollen für den Autor 🙂 Viel Spaß damit.

    Buffett Bio – als Hörbuch stell ich mir das auch gut vor! Hörbücher kommts halt immer stark auf den Sprecher drauf an. Ist der gut?

    Also mir hat das soviel Freude gemacht, ich habe es mir schon 2x durchgehört.
    Den Sprecher finde ich auch gut. Eine Hörprobe kannst du dir hier anhören: Hörprobe anklicken

    Nicht ganz so exzellent, wie Detlef Bierstadt der Cashkurs und Crashkurs vom Müller vorliest, aber immer noch top.
    Hier noch eine Anmerkung: ich finde der Müller bringt das auf den Punkt, was uns i.d.R. unsere Eltern schon beigebracht haben. Nur, wenn ich das jetzt meinem Umfeld erzähle, dann glaubt man das nicht so, als wenn das ein Dritter erzählt, und der „Dritte“ hat es auch noch aufgeschrieben 🙂
    Hier nicht die CD (gekürzte Fassungen) kaufen, sondern die ganzen Versionen.
    Das Cashkurs-Buch verschenke ich übrigens schon mal gerne zur Konfirmation mit einem 20€-Schein und einer ausgedruckten Zins/Zinseszinsliste, was so aus einem 20€ Schein werden kann. Die Jugendlichen müssen das nicht sofort lesen, aber es kommt der Tag, an dem sie Lust dazu haben. Und im Zweifel sollen sie mich mal fragen.

    Rendite kaufen – ja, das ist ein guter Ansatz, wobei ich natürlich möchte, dass sich die Rendite hält bzw steigert (also wie gesagt, wenn die Aktie bei 3% Rendite um 100% steigt, möchte ich ja, dass es dann immer noch 3% abwirft).

    Das tun sie ja auch. Es scheint so zu sein, als ob die Aristokraten/Champions einen akzeptierten typischen Renditebereich haben, um den sie sich bewegen.
    Entsprechend wird die Ausschüttung angepasst, oder der Kurs bewegt sich.
    Auf lange Sicht sollte es funktionieren.
    So der Plan 🙂

    ~ Markus

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  16. noch besser gefällt mir momentant MCD, mit der aktualisierten Rendite von 3,64%. Wow, und das für dieses Powerhouse (Karl Napf kommt jetzt sicher gleich mit fallenden Earnings-Prognosen für die nächsten Jahre, etc, etc

    Nicht wirklich.

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  17. Ich habe mal angefangen „the ultimate dividend playbook“ zu lesen. Die Leseprobe liest sich sehr gut und ich werde das Buch wohl kaufen.Danke für die Empfehlung.
    Nach Jahren in der Wirtschaftsprüfung und im Accounting von börsennotierten Unternehmen bin ich etwas zynisch geworden, was die Bewertung von einzelnen Unternehmen angeht. Spricht aus Deiner Sicht Simbi etwas dagegen auf ETF zu setzten? Es gibt ja inzwischen auch ETF für Dividenden Aristokraten u.s.w..

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  18. Hallo Baldur,
    wenn die Spesen stimmen, kann man ruhig auch in (ausschüttende ETFs investieren). Ich habe selbst einen im Portfolio, der ca 4% p.a. abwirft. Ich hab den hauptsächlich wegen Kursspekulationen damals 2012 gekauft. Istgut 30% im Plus und wirft wie gesagt seine 4% ab. Find ich gut.
    Diesen hier:
    LU0292095535

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  19. Selbstverständlich habe ich auch den Anfängerfehler gemacht. zuerst auf High Yield zu schauen oder “ich will jetzt aber unbedingt XOM im Depot haben (natürlich zu teuer eingekauft 🙂 )”.

    Hallo Markus,
    und wie machst Du das jetzt? Wie vermeidest Du zu teure Käufe?

    Gruß
    ZaVodou

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  20. Wenn ich Anfang 30 wäre, würde ich mich nicht so sehr auf Dividendenausschüttungen konzentrieren, sondern mehr auf Kurssteigerungen wie es auch Karl schreibt.
    Zum einen ist da die Steuerproblematik. Mit jeder Ausschüttung verschwinden fast 30 % auf Nimmerwiedersehen. Das fällt umso mehr ins Gewicht, je mehr man seinen Freibetrag hinter sich gelassen hat. Und die Erhöhung des Dividendenstromes quasi marktunabhängig mit der Sparquote realisieren zu wollen, halte ich für zu konservativ in jungen Jahren. Das ist wie Sparbuch mit 2,8 % Zinsen, wie es Oma gemacht hätte.
    M.E. muss am Anfang des Vermögensaufbau aggressiver investiert werden. Ich persönlich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ich habe zwar mit Nokia und einigen anderen 80 % eingebüßt, habe aber mit Gilead 1000%, mit NovoNordisk und mit Danaher 500 % in wenigen Jahren zugelegt, was die Verluste weit überkompensiert. Wenn ich diese Gewinne realisiere, zahle ich einmalig Steuern und zwar nur auf die realen Zuwächse. Der Dividendeninvestor versteuert seine Dividenden immer. Wenn dann die Aktie irgendwann mit Verlust verkauft werden muss, sieht er steuerlich davon nichts mehr; ich kann meine Nokia-Verluste gegenrechnen. Und wenn ich, beispielsweise im Alter einen Cashflow aus Dividenden benötige, kann ich die stattlichen Gewinne doch jederzeit in Cola- oder McD-Aktien investieren.
    Mir fehlt bei diesem Dividendensparen die Dynamik, die gerade am Anfang nötig ist um einen Kapitalstock zu bilden, und das geht besonders mit Kursraketen, nicht mit Dividendenausschüttungen. Wer einmal erlebt hat, wie aus investierten 10.000 € binnen weniger Jahre 50.000 € wurden, kann das sicher nachvollziehen.

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  21. Karl Napf: 6,8% Performance sind übrigens gar nicht mal hoch gegriffen (unser Depot-Mix peilt derzeit 6,3% Gewinnwachstum und 3,0% Dividendenrendite an)

    Wobei es sich hier um 2,8 % Nettodividendenrendite handelt. Wenn das bedeutet nach Zast + Soli wären das ungefähr 3,8 % Bruttodividendenrendite. Simbabwe rechnet also mit 3,8 + 4 = 7,8 %.
    Ich versuche auch möglichst konservati zu kalkulieren und kalkuliere mit 3,5+4. Wobei die 4 % Kurswachstum von mir geschätzt sind. Die 3,5 % Dividendenwachstum würde ich jetzt sogar noch ein wenig auf 3,25 % reduzieren. 7-8 % Gesamtrendite über die nächsten Jahre ist jedenfalls meine (konservative) Schätzung.

    Hallo Simbabwe, wo hast Du die 4 % Kurswachstum her? Von Dir geschätzt oder aus einem der von Dir gelesenen Büchern übernommen?

    Gruß
    ZaVodou

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  22. Alois: Mit jeder Ausschüttung verschwinden fast 30 % auf Nimmerwiedersehen.

    Das stimmt schon (jünger=Kursraketen besser), aber was Du weg hast, ist erledigt. Es gibt erstens keine Garantie für Kurswachstum, und außerdem wird es in Zukunft sicher eher teurer. Dann wirst Du vielleicht nicht mehr mit 25+% abgezogen, sondern vielleicht mit 35 oder 40%? Dann wünschst Du Dir, damals schon immer mit jeder Dividende „nur“ 25% eingebüßt zu haben. Könnte natürlich auch ein Wunder geschehen, dass Besteuerung von Kapitalerträgen ganz weg fällt. Das fehlende Wachstum (so man denn solche Aktien erwischt hätte) einfach mit energischer Spar-Rate kompensieren.

    edit: Das sollte eigentlich unter Alois stehen, irgendwie macht das was es will.
    M.

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  23. Ob Dividenden oder Kursgewinne – ichzahle immer Steuern! Dies ist doch ein Dividendenblog, hier gehts um das „weniger dynmaische“ Dividendensammeln, nicht um Kursraketen mit KGV 500. Jedem das seine – ich bleibe bei meiner Strategie. Und ganz recht – ich rechne mit 4% Wachstum + 2,8% NETTO Rendite. Die 4% sind eher konservativ, ich hab das aus den Büchern bzw auch nachgeprüft – wie der DOW und DAX und Co in denletzten jahre performt haben, sind 4% p.a. ohne Dividenden locker drin.

    LG
    Simbi

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  24. Ich glaube viele von uns haben schon Werte gekauft, die sich seitdem verfünffacht haben. Allerdings werden die meisten, so wie ich, nicht durchgehalten haben. Irgendwann, viel zu früh habe ich die Gewinne realisiert. Und damit bin ich wohl in guter Gesellschaft. Icb bewundere das Durchhaltevermögen.

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  25. Ich habe mal eine Frage an die große Gemeinde der Dividenden-Fans hier: Wie würdet ihr euch verhalten wenn sich wieder so eine Mega Krise wie 2008 (Lehmann, Subprime) anbahnt, die ja eigentlich rechtzeitig wahrzunehmen war! Würdet ihr eure Dividendenaktien verkaufen ,oder egal was passiert behalten?
    Aktives oder passives Fondsmanagement?
    P.S. Es hat ja nicht jeder zuhause soviel Kohle rumliegen um in einer Baisse nachzukaufen.

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  26. Ich glaube nicht, dass sich das „Anbahnen“ der Krise erkennen lässt.
    Wäre das so einfach, dann hätten nicht so viele Fondsmanager 2008 den vollen Weg nach unten mitgemacht.
    Gerade die damals geplatzte Finanzbranche sah 2007 nach KGVs ziemlich billig aus (weil viel zu optimistische Gewinnprognosen vorlagen, in denen die übernommenen Kreditrisiken falsch eingeschätzt wurden) – die Kennzahlenbewertung hat in diesem Fall komplett versagt, anders als 2002 beim Platzen der Internet-Blase.
    Derzeit sieht ja auch Volkswagen nach KGV günstig bewertet aus – solange das „G“ in diesem KGV das hält, was die Analysten sich davon versprechen; der Gewinn von Volkswagen ist aber in den vergangenen beiden Wirtschaftskrisen jeweils stark eingebrochen (weil potenzielle Kunden den Kauf eines Neuwagens zurückstellen, solange sie um ihren eigenen Arbeitsplatz bangen müssen) – warum sollte er das in der nächsten Krise nicht wieder tun?

    Ich würde auf dem Weg nach unten vermutlich nichts tun und mir anschließend ansehen,
    * welche zyklischen Branchen signifikant stärker gefallen sind als die defensiven Titel unseres Depots,
    * welche einzelnen Aktien dieser Branchen besonders gute Überlebenschancen haben (das Geschäftsmodell muss noch funktionieren) und
    * welche dieser Aktien dennoch zu einer historisch niedrigen Bewertung (KBV bzw. KUV vergleichbar den Werten der Jahre 2002/03 und 2008/09) angeboten werden.

    Wenn nach einem Crash des Gesamtmarkts um mindestens 30% (zuletzt erlebt im DAX 2011 bei der Griechenland-Pleite) defensive Werte um 15% und Zykliker um 45% gefallen sein sollten (das ist der „Plan“ meiner aktuellen Anlagemethode), dann könnte es Daimler, Münchener Rück und ähnliche Aktien für die Hälfte ihres aktuellen Kurses im Angebot geben.
    In diesem Fall würde ich das Zykliker-Verbot für unser Depot aufheben und einen Teil des Depot-Inhalts in Richtung „gefallene Engel“ umschichten – und beim Erreichen einer Bewertung, wie wir sie heute haben, wieder zurück in Richtung von mehr Robustheit tauschen.
    Voraussetzung dafür wäre eine klare Vorstellung, bei welchem Bewertungsniveau die Kurse von Zykliker-Aktien „oben“ bzw. „unten“ sind; bei einigen Branchen habe ich die entsprechenden Kennzahlenwerte griffbereit (KBV für Versicherungen, Marge für Automobil- bzw. Maschinenbauer), bei anderen würde ich sie während eines solchen Crashs zu berechnen beginnen.

    Ob dafür eher defensive Aktien oder eher Anleihen verkauft werden würden (Liquidität wird nicht in hinreichender Menge vorhanden sein), das hinge jeweils von den aktuellen Kursen beider Sorten ab.
    Die Korrelation hochverzinslicher Anleihen gegenüber dem Aktienmarkt ist relativ hoch – es kann also sein, dass die robusten Aktien in diesem Szenario tatsächlich die Stabilitätsbringer im Depot sind und demzufolge die ersten Verkaufskandidaten: Wenn ich eine Münchener Rück für KBV 0,5 kaufen will (Warren Buffett: „buy a dollar for 50 cent“), dann muss ich bereit sein, selbst eine leicht unterbewertete Coca-Cola dafür herzugeben.

    Bei dieser Methode werde ich voraussichtlich niemals Nestlé für KGV 15 kaufen können.
    Aber wenn ich mit den Zyklikern während der Erholungsrallye 50-75% Gewinn erzielt habe, dann kann ich mir anschließend den Kauf von Nestlé für KGV 18 locker leisten.

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  27. Ok danke für deine Antwort Karl, scheint mir doch ein sehr interessanter Ansatz zu sein wie man vorgehen könnte. Im Prinzip könnte man vereinfacht sagen , am vermeintlichen Ende der Krise wenn die Bewertungen für die Zykliker günstig sind, ein vorübergehender Tausch der Dividendenklassiker in Zykliker, bis dir deine Bewertungsmaßstäbe dann signalisieren die Zykliker wieder in in Dividendenklassiker zurück zu tauschen.
    Das ganze sehr vereinfacht ausgedrückt und Anleihen mal außen vor gelassen. Korrekt?

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  28. Ja, genau das ist die Idee (wobei ich „Dividendenklassiker“ für keinen guten Begriff halte, denn viele reine Dividendenaktien sind eben Zykliker – besser wäre also: Robuste DGI-Aktien).

    Das Hauptproblem ist, dass nicht jeder Crash brav bei 30% Kursrückgang endet – 2002/03 ging es viel tiefer runter, weil die Aktien zuvor so enorm überbewertet waren; deshalb ist die Fallhöhe des Gesamtmarktes kein hinreichendes Kriterium, um das Ende eines Crashs zu erkennen.

    Aber wenn beispielsweise die Versicherungsbranche 2003 und 2008 jeweils zum selben KBV von sagen wir mal 0,5 gehandelt wurde (was im Detail pro Unternehmen zu belegen wäre), dann würde ich beim nächsten Crash das Erreichen genau dieses KBV als wahrscheinlichen Wendepunkt betrachten (sofern sich am Geschäftsmodell der Versicherungen in diesem Moment nichts Grundlegendes geändert haben sollte).

    Das, was ich beim nächsten Crash versuchen werde, ist die Bestimmung eines solchen Bodenbildungskriteriums für möglichst viele zyklische Branchen – je mehr (die dann möglicherweise sogar auf unterschiedlichen Kennzahlen beruhen), desto besser.

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  29. Die 2,8 % sind wenn ich es richtig verstanden habe netto. D.h. sie bräuchte eigentlich eher 4+4 statt 4+3 für die Nachsteuerrendite.

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  30. Karl Napf: Das, was ich beim nächsten Crash versuchen werde, ist die Bestimmung eines solchen Bodenbildungskriteriums

    Zufällig habe ich heute Nacht genau das gemacht!
    Dazu muss ich nächste Woche mal was schreiben.

    Allerdings bezieht sich das auf MEGA-Böden, also keine Korrekturen.
    Böden, die bei einer Baisse entstehen oder bei wirklich großen Korrekturen.
    5 Bedingungen müssen erfüllt sein, wobei Nr. 5 nicht so richtig passt.
    Evtl. würden nur 4 Indikatoren ausreichen – die müssen aber alle erfüllt sein, damit das Ende der Baisse oder sehr großen Korrektur angezeigt wird.

    Denn einfach zu sagen eine Korrektur ist nach 20% Rückgang fertig funktioniert nicht!

    Momentan spielt es allerdings keine große Rolle, denn wir befinden uns gerade am „anderen Ende“.

    Beste Grüße
    Michael

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  31. Danke für den schönen Gastbeitrag Simbi – viele Anregungen für jemanden der so auswertungsfaul ist wie ich. Während mich in der Ansparphase Darstellungen zu den Ausschüttungen reinweg gar nicht interessiert haben, ist dies für mich jetzt in der Entnahmephase bedeutend interessanter geworden. Ich habe in der Ansparphase aber sehr wohl den Sparerfolg getrackt und einfach eine langfristig geschätzte Rendite von 6 % vor Steuern kalkuliert, um zu wissen, ob alles im grünen Bereich ist. Dabei bin ich grundsätzlich davon ausgegangen, dass mir ein Börsencrash auch mal 30 % klauen kann, wohl wissend, dass es kurzfristig (bis 3 Jahre) auch noch tiefer runter gehen kann.

    Ein wenig kritisch sehe ich den folgenden Teil Deiner Ausführungen auch in Verbindung mit Deinem Kommentar, dass Du aktuell auf 100k Cash sitzt:
    „Weiters sehe ich auf einen Blick, wieviel ich im Monat investieren muss, um mein Ziel zu erreichen, mit 50 Jahren (also in 20 Jahren) inflationsbereinigte 2.000 EUR pro Monat an Dividenden zu kassieren. Ich sehe, wieviel mein Depot von September auf Oktober wachsen muss, ich sehe, wieviel die Dividenden dazu beigetragen haben und ich sehe, wieviel die Kursanstiege dazu beigetragen haben. Damit weiß ich, wieviel Kapital ich hineinpumpen muss, um den Plan zu halten. Sprich – fällt mal eine Dividende aus, oder bleiben Kursanstiege aus (oder gibt es gar Rückgänge), kann es mit frischem Kapital kompensiert werden. Umgekehrt, gibt es gute Kursanstiege, könnte ich mich (wenn ich wollte), mit Kapital in diesem Monat zurückhalten.“

    Du weißt nie, wann die Börse vor einer Korrekturphase steht und wann in einem längerfristigen Aufwärtstrend. Nach meiner Einschätzung läufst Du Gefahr, Dich von Deinem Sparerfolg bzw. der Gewinn- und Dividendenentwicklung in Sicherheit wiegen zu lassen. Langfristig ist es gefährlich, mit so viel Geld an der Seitenlinie zu stehen, weil Du damit den Zinseszinseffekt verschleuderst. Stell Dir vor es geht 10 Jahre in Folge aufwärts, aber Du stehst seit Jahr Nummer 4 an der Seitenlinie mit Deinem Cashpolster weil Du ja gut im Plan bist. Da hilft es Dir auch nichts, wenn Du im Jahr 11 zu dann eingebrochenen Kursen investierst, weil die möglicherweise immer noch 30 % höher sind als das was Du im Jahr 4 bezahlt hättest. Auch wenn Du auf diese Weise versuchst antizyklisch zu handeln, lohnt sich das eigentlich nur in bzw. am Ende von Crashphasen. Wenn Du eine Reihe guter Börsenjahre unterinvestiert bist, kannst Du das später kaum noch aufholen.

    Hast Du so etwas wie eine Zielallokation definiert? D.h. ein Verhältnis von Aktien zu anderen genauer zu definierenden Anlageklassen?

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  32. Als Dividenden-Investor mit langem (10+ Jahre) Horizont ist das genaue Treffen von Böden nach Crashs meiner Meinung nach nicht sooo wichtig, beliebig schwierig ist es noch dazu. Ich halte es für wichtiger, sich am anderen Extrem, nämlich starken Überbewertungsphasen (2000er Tech Bubble, Nifty Fifity Phase) eher zurückzuhalten, da man evtl. Jahrzehnte braucht, um die Bewertungskorrektur wieder aufzuholen (Siehe Microsoft).

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  33. Das kommt darauf an, wie volatil die Kurse derjenigen Aktien sind, deren Dividenden man kassieren will.
    Bei Coca-Cola ist der Einstiegszeitpunkt deutlich weniger wichtig als bei der Münchener Rück.

    Wenn ich also die Münchener Rück haben will, dann gibt es zwei naheliegende Methoden:
    * Das Geld für diese Aktie bis zum nächsten Crash auf dem Tagesgeldkonto bunkern oder
    * sofort Coca-Cola kaufen und nahe dem Tiefpunkt des nächsten Crashs in Münchener Rück tauschen
    (und zwar auch dann, wenn ich dafür Coca-Cola mit leichtem Verlust verkaufen müsste!).

    Wobei ich die zweite Alternative praktizieren möchte, weil ich den Zeitrahmen bis zum nächsten Crash nicht abschätzen kann.
    Je mehr robustes Wachstum ich auf dem Weg dorthin erzielt habe, umso wahrscheinlicher schlage ich in dieser Zeit das Tagesgeldkonto (so wie Sapine das in ihrem Beispiel demonstriert hat).

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  34. RastaMann: Ich habe mal eine Frage an die große Gemeinde der Dividenden-Fans hier: Wie würdet ihr euch verhalten wenn sich wieder so eine Mega Krise wie 2008 (Lehmann, Subprime) anbahnt, die ja eigentlich rechtzeitig wahrzunehmen war! Würdet ihr eure Dividendenaktien verkaufen ,oder egal was passiert behalten?
    Aktives oder passives Fondsmanagement?

    Ich habe es bisher immer so gehalten, dass ich Krisen ausgesessen habe. Das hat sich als ganz gute Vorgehensweise erwiesen, weil die Kurse auch immer im allgemeinen wieder angezogen haben. Habe in diesen Zeiten aber auch nicht weiter investiert, sondern erst mal abgewartet. Viele Aktienneulinge machen jedoch den Fehler mit Verlust zu verkaufen und dann nie mehr in den Aktienmarkt einzusteigen, weil sie sich die Finger verbrannt haben.
    Also ich würde wahrscheinlich eher halten. Es gibt aber auch Hardliner unter den Dividendeninvestoren, die schon vorher eine Exitstrategie festgelegt haben. Viele haben da als Exit, wenn die Dividende gekürzt wird, dann wird verkauft. Ohne wenn und aber und das würde bei einer Rezession ja dann wohl häufiger mal der Fall sein.

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  35. RastaMann:
    Wie würdet ihr euch verhalten wenn sich wieder so eine Mega Krise wie 2008 (Lehmann, Subprime) anbahnt, die ja eigentlich rechtzeitig wahrzunehmen war! Würdet ihr eure Dividendenaktien verkaufen ,oder egal was passiert behalten?
    Aktives oder passives Fondsmanagement?

    Erkannt habe ich jedenfalls die Krise 2007 nicht vorab. 2008 war ich in der glücklichen Lage einiges an Cash zu haben. Verkauft habe ich nicht, dafür habe ich die Cashquote ab der zweiten Jahreshälfte schrittweise reduziert. Ende 2008 dann auf Kredit nachgelegt. Der wurde in den folgenden Jahren von den eintrudelnden Dividenden getilgt. In der nächsten Krise werde ich das vermutlich nicht wiederholen können, da man in der Entnahmephase ein wenig anders denken muss.

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  36. ja genau, ich hatte ebenfalls 2008/2009 mit einem Wertpapierkredit nachgelegt… soviel Liquidität für interessante Investitionsmöglichkeiten hat man dann nicht zur Hand wenn es soweit ist…

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  37. Ich habe vor ca. einem halben Jahr mal wegen eines Lombardkredites angefragt bei meiner Bank. Hatte zwar nicht vor, einen dann real zu nehmen, aber die Konditionen haben mich interessiert.

    Mein Bankberater hat mich angeguckt wie ein Autobus und meinte, so etwas haben sie schon seit zig Jahren nicht mehr gehabt. Also eine Anfrage über diese Form von Kredit.

    Ich glaube, die Bankentypen wollen Lombards eher sehr ungern vergeben. War aber trotzdem recht amüsant, da er extra einen Kollegen heranholen musste, der schon Ewigkeiten in der Bank arbeitet. Denn der hat noch Erfahrung mit dieser Kreditform. 🙂

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  38. Aber im Grunde kann man bereits drei Unternehmen nennen, wo garantiert ist, dass die Kohle niemals verloren gehen wird bzw. die entsprechenden Unternehmen niemals untergehen. Leider haben alle drei eine lausige Dividendenrendite und sind sehr teuer. Von 17 Euro/Stk. (was ja noch geht)bei einer bis hin zu knapp 12.000/Stk. Eventuell kommt ihr ja drauf, wem ich meine. -))

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  39. „Garantiert“ ist an der Börse gar nichts.

    Und selbst wenn es so wäre: Was nützt es, wenn diese Papiere eine Rendite deutlich unter Marktdurchschnitt hätten?

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  40. Lombardkredite sind für Banken doch ein prima Geschäft – sie bekommen ordentliche Zinsen und ihr Risiko ist durch den Depotbestand abgesichert.
    Du scheinst Dein Depot bei einer seltsamen Bank zu haben.

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  41. Naja gut. Soo mies dann auch wieder nicht. Eine Rendite wie eben Johnson & Johnson zB auch hat.

    Stimmt. Garantiert ist an der Börse wohl nichts aber trotzdem: diese Drei werden niemals untergehen – da ist die Welt der Finanzen noch in Ordnung.

    Was Mr. Market anlangt: ich habe ihn noch nie getroffen und er wird immer den Kleinanlegern (also uns) vorgestellt, wenn wir uns nach geraumer Zeit die Finger verbrannt haben. Ergo: selber schuld wenn ihr das macht. Allerdings haben vorher natürlich die Großinvestoren und Spekulanten bereits Kasse gemacht – das ist und war immer schon so. Alleine durch den Informationsvorsprung – diese Leute brauchen keine Listen, WP-Foren oder finanzen.net. DAS macht mich immer etwas böse – ist halt immer so: die Kleinen dürfen zahlen (am Anfang etwas profitieren natürlich) und die großen….

    Ein typisches Beispiel ist Awilco. Man muss sich nur die Eigentümerstruktur angucken, dann weiß man: Cui bono. 🙁

    ABER auf alle Fälle: Super Gastbeitrag (weder mal) von Simbabwe. Eventuell lade ich sie auch noch auf einen Kaffee ein. Aber bitte entweder ein Nestle oder Mondolezprodukt. 🙂

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  42. Sparkasse. Klar, bei diversen Direktbanken usw. hätte ich bessere Konditionen, aber ich habe die Einstellung: Leben und leben lassen. Die waren immer fair und gut zu mir, also kann ich sie jetzt auch etwas verdienen lassen.

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  43. Zeitgenosse:
    Ich habe vor ca. einem halben Jahr mal wegen eines Lombardkredites angefragt bei meiner Bank. Hatte zwar nicht vor, einen dann real zu nehmen, aber die Konditionen haben mich interessiert.

    naja, JETZT würde ich eher nicht mit einem Wertpapierkredit bei Aktien einsteigen… auch wenn das z.B. die Amis wohl gerade in grossen Stil tun; DAS kann dann zu einem (massiven) Absturz an den Börsen führen, wie wohl – u.a. – auch 2008/09 passiert…

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  44. Hallo ,
    wo kann ich mir den so einen Dividendenkalender downloaden?

    Auf meiner Watchlist steht zzt Altria, hcp oder Unilever.

    Toller Beitrag von Simbi.

    lg dieter

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  45. Hi,

    also die DB schüttet nur einmal im Jahr aus, das kann ich nicht gut heissen 😉
    Hier die 3-4x ausschüttende Variante von iShares: iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF (DE) – deckt den gleichen Index ab.

    Noch besser, weil nicht nur der EURO-Raum abgedeckt ist, wie bei den vorherigen, ist der iShares STOXX Europe Select Dividend 30 UCITS ETF (DE). Die größte Position ist hier übrigens aktuell die SDRL 😉

    ~ Markus

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  46. Hi Dieter,

    bin nicht sicher, wo es sowas in geeigneter, verwertbarer Form bereit zum Downloaden gibt. Ich baue mir den Kalender einfach selbst, indem ich mir die ausschüttenden Termine google und dann die voraussichtliche Ausschüttung ausrechne.

    LG
    Simbi

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  47. Hey, nice, wusste ehrlichgesagt nicht, dass es auch ETFs gibt, die 4 mal im Jahr ausschütten. Ist mir da im Konkreten zwar egal, aber trotzdem gut zu wissen. 0,31% TERR ist auch ok.

    Danke,
    Simbi

      (Zitieren)

     
  48. [a href=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/CVS-JNJ-XOM-595×1024.png“][img src=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/CVS-JNJ-XOM-150×150.png“][/a]

    ZaVodou (Der Dividendeninvestor): Hallo Markus,
    und wie machst Du das jetzt? Wie vermeidest Du zu teure Käufe?
    Gruß
    ZaVodou

    Gute Frage, ich kann sie dir gar nicht richtig beantworten.
    Was ist inzwischen mache: ich kaufe Positionen nach.
    Hier mal ein paar Beispiele, die so bei mir gelaufen sind: siehe Anhang

    Dann gibt es noch das Problem: wenn eine Aktie dann mal gut läuft, wie JNJ oder COP, dann traust du dich irgendwie gar nicht mehr weiter reinzulegen. Aber das geht dann irgendwann mit meinen folgenden Punkten trotzdem.

    Was mache ich:
    – ich schaue in meinen Dividendenkalender welche Werte hinsichtlich ihres Ex-Div und Pay-Date im Folgemonat fällig sind (hier habe ich einen, der auch Watchlist-Werte berücksichtigt),
    – dann werden die in der CCC-Liste bzgl. #CC, Chowder, Tweed, Confidence gesucht und
    – eingetragen in meine Quicklist: mit aktuellem Kurs, meinem gemischten Kaufkurs, Div-Rend
    – Scharfer Blick und ich bekomme ein „Gefühl“ dafür, was sinnvoll ist
    — der „scharfe Blick“ schweift dann auch zu meinen Positionsgrößen und ein Besuch auf der Dividend.com Seite die mir Sachen aufzeigt wie: Abstand zum 12 Monatshoch, related companies und: steht eine Dividendenerhöhung an. Meistens bevorzuge ich dann diese Werte.

    Du siehst: ich habe kein Rezept 🙁

    Aber es macht sich alles trotzdem gut,

    ~ Markus

      (Zitieren)

     
  49. [a href=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/ETFListe-1024×541.png“][img src=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/ETFListe-150×150.png“][/a]
    Oh, Merci, das ist prima.
    Ich habe mir für einige ETFs mal die Renditen seit Auflegung zusammengeschraubt (siehe Anhang). Zur weiteren Info für interessierte.
    Manche lassen sich auch via Sparplan (zumindest bei der comdirect) abdecken.

    Den SPDR schaue ich mir doch glatt mal an 🙂
    Danke!

    ~ Markus

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  50. Gibt es außer der Tatsache, dass man nur 1x im Jahr Geld ausgeschüttet bekommt, einen anderen Nachteil gegenüber ETFs, die 4x im Jahr ausschütten? Ich mein im Hinblick auf Reinvestments / Renditeverbesserungen?

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  51. Hi,

    Nader:
    Gibt es außer der Tatsache, dass man nur 1x im Jahr Geld ausgeschüttet bekommt, einen anderen Nachteil gegenüber ETFs, die 4x im Jahr ausschütten? Ich mein im Hinblick auf Reinvestments / Renditeverbesserungen?

    ja natürlich, also die für mich wichtigste Vorteil ist genau das: ich bekomme bis zu 4x meine Kohle und die behält eben nicht die Fondsgesellschaft. Lieber sollen die Ausschüttungen bei mir ankommen 🙂

    Dann kannst du das Geld schneller reinvestieren und interessanterweise ist die Rendite bei den 4x ausschüttenden höher als bei den dbx ETFs.

    ~ Markus

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  52. Dann kannst du das Geld schneller reinvestieren und interessanterweise ist die Rendite bei den 4x ausschüttenden höher als bei den dbx ETFs.

    Abzüglich der schlechteren Gebührenquote bei der Wiederanlage vieler kleiner Beträge.

      (Zitieren)

     
  53. Mmh, also ich sehe das so: lieber soll die Gesellschaft mir das Geld direkt rausrücken, als dass sie es für sich behält und die Zinsen erwirtschaftet. Ja, es ist nicht die Welt, ich freue mich aber über jeden Cent Zins.
    Soll ich darauf verzichten? Und: warum sollte ich der DB das Geld zinsfrei zur Verfügung stellen?

    Zur Gebührenquote:
    Wenn ich meine Anlage zu 1,5% Kosten tätigen kann (Sparplan), dann finde ich das noch absolut o.k.
    Zahlst du weniger? Welche Gebührenquote versuchst du zu erreichen?

    Und glücklicherweise gibt es auch immer wieder Aktionen, wo es per Sparplan gar nichts kostet:
    Aktuell:
    WKN: 251124 – ISHARES EURO CORPORATE BOND LARGE CAP UCITS ETF (DE)
    WKN: 263530 – ISHARES STOXX EUROPE 600 (DE)
    WKN: A0F5UH – ISHARES STOXX GLOBAL SELECT DIVIDEND 100 (DE)

    Für die zahle ich seit Monaten nichts.
    Also ich finde das gut.

    ~ Markus

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  54. Hallo Karl

    Wie bestimmst du volatile/ zyklische Aktien? Branche? Robustheit/ maximaler Gewinnrückgang? Kursschwankungen?
    Ich finde den Ansatz einfach wie genial. Auch in Zusammenhang mit der Erklärung zyklische Aktien nicht nach dem KGv sondern kbv/ kuv zu bewerten.

    Ich lerne hier jeden tag so viel und komme auf neue Denkansätze…einfach toll! 🙂

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  55. sapine: Erkannt habe ich jedenfalls die Krise 2007 nicht vorab. 2008 war ich in der glücklichen Lage einiges an Cash zu haben. Verkauft habe ich nicht, dafür habe ich die Cashquote ab der zweiten Jahreshälfte schrittweise reduziert. Ende 2008 dann auf Kredit nachgelegt. Der wurde in den folgenden Jahren von den eintrudelnden Dividenden getilgt. In der nächsten Krise werde ich das vermutlich nicht wiederholen können, da man in der Entnahmephase ein wenig anders denken muss.

    Davon bin ich überzeugt , dass man so etwas nicht einfach wiederholen kann.. nicht nur wegen der Entnahmephase..du hattest vor einiger Zeit Sapine geschrieben…“man glaubt , man ist im falschen Film“.. und so ist das auch , wenn man sieht , wie Tag für Tag Geld verlorengeht..
    Und eigentlich ist es durch Excel Sheets schlimmer geworden …da sieht man doch tatsächlich fast auf Knopfdruck , wie viel es ausmacht…
    nein , ich verlasse mich nicht nur auf Aktien , das allerdings von Anfang an nicht und je mehr Geld im Depot ist , umso größer ist die Verpflichtung der Kapitalsicherung…insofern galt für mich immer die Kombination von Anleihen und Aktien…wobei es vor Jahren wesentlich einfacher war attraktive Staatspapiere ins Depot zu legen , aktuell ist es das gesamte Programm von Staatsanleihen , Auslandanleihen , Fremdwährungsanleihen und Unternehmensanleihen..
    daran hat sich bis heute nichts geändert und ich habe ca. 20 Jahre gebraucht um mir ein Depot zu bauen , bei dem ich nicht mehr sehr viel verändere…heute immer noch etwa bei 50/50…das bedeutet bei einem 50% Einbruch der Aktien reduziert sich das Vermögen um “ nur “ 25%…wobei ich die Korrelation zu Anleihen in solchen Zeiten außer Acht lasse , die Kurssteigerungen die zu solchen Zeiten stattfinden würden den Verlust erheblich mindern…aber eben nur , wenn man Anleihen verkauft…
    Was ich immer gemacht habe…meinen “ Erfolg “ bei Aktiengeschäften dokumentiert und in den aktuellen Teil der Aktienauflistung unter Gewinn lt. Tabelle XY integriert und in der Gesamtperformance festgehalten…das vermisse ich bei deinen Tabellen Simbi oder habe ich auch vielleicht übersehen…denn du hast ja neben der Gans auch einen Spielbereich , ich auch , denn Wachstum gehört nun mal dazu , allerdings habe ich in den Positionen auch schon einen Totalausfall verbuchen müssen…und damit so etwas nicht verlorengeht , wird es mit verarbeitet.. schließlich will man ja sehen , wie gut oder schlecht man war… B-)

      (Zitieren)

     
  56. „Volatil“ und „zyklisch“ sind zwei unterschiedliche Dinge.

    Zyklusabhängigkeit bestimme ich in der Tat durch den maximalen Gewinnrückgang, der üblicherweise im Jahr 2008 bzw. 2009 liegt (tut er das nicht, dann liegt er meistens an hausgemachten Problemen, was die Robustheit des Unternehmens reduziert, obwohl der Wirtschaftszyklus daran nicht schuld ist).
    Volatilität hingegen drückt sich Chart der Aktie aus – es gibt entsprechende Volatilitätskennzahlen, die man aus den einzelnen Kurswerten eines jeden Wertpapiers ausrechnen kann.

    In die Volatilität fließt außer der Zyklusabhängigkeit noch ein, ob der Markt ein Unternehmen in einer Krise für überlebensfähig hält. Dies hängt insbesondere von der Größe des Unternehmens ab.
    Bei einer panischen Verkaufswelle spielt es auch eine Rolle, wie markteng eine Aktie ist. Wenn „alle raus wollen“, dann finden sich bei einem Blue-Chip wie Nestlé immer noch Käufer (die diese Aktie „immer schon mal haben wollten“), während bei kleineren Nebenwerten das Orderbuch viel eher komplett leergefegt sein kann.
    Kleinere Werte fallen also in der Regel tiefer als große, wenn „die Welt untergeht“.

    Volatilität ist dann relevant, wenn ich die durchschnittliche Kursbewegung betrachten will (denn genau die wird dadurch ausgedrückt): Auf dem „Weg nach unten“ will ich wenig Volatilität, auf dem „Weg nach oben“ hingegen viel Volatilität.
    Robustheit ist dann relevant, wenn ich die Chance für das Überleben eines Unternehmens bzw. seine Rückkehr zu einem bereits erreichten Niveau der Gewinnerzielung betrachten will (an letzterem scheitern beispielsweise viele westlichen Banken seit der Finanzkrise, deren Aktien durch Kapitalerhöhungen verwässert wurden).

    Für ein Investment ist also gerade eine mögliche Diskrepanz zwischen
    * Robustheit (die auf Fakten beruht) und
    * Volatilität (die auf Marktmeinungen beruht)
    interessant:
    * Bei gleicher Robustheit würde ich nach einem Crash die volatilere Aktie kaufen,
    * bei gleicher Volatilität die robustere.

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  57. albr: naja, JETZT würde ich eher nicht mit einem Wertpapierkredit bei Aktien einsteigen… auch wenn das z.B. die Amis wohl gerade in grossen Stil tun; DAS kann dann zu einem (massiven) Absturz an den Börsen führen, wie wohl – u.a. – auch 2008/09 passiert…

    Das halte ich für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung.

    Wertpapierkäufe auf Kredit sind bei einer Übertreibung eines der Symptome, aber nicht die Ursache für die eigentliche Blase (die lag in der Vergabe von Krediten an Hauskäufer ohne entsprechende Sicherheiten).

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  58. wobei ich die Korrelation zu Anleihen in solchen Zeiten außer Acht lasse , die Kurssteigerungen die zu solchen Zeiten stattfinden würden den Verlust erheblich mindern…aber eben nur , wenn man Anleihen verkauft…

    Diese Denkweise halte ich nicht für hilfreich: Anleihe ist nicht gleich Anleihe.

    Wenn ich in einem Depot Anleihen als Bestandteil mit dabei habe, dann will ich zumindest wissen, ob ich sie in einer Krise ohne Kursverlust verkaufen könnte, um dadurch den Hebel für die anschließende Erholungsbewegung vergrößern zu können. Und dies geht bei soliden Anleihen viel eher als bei hochverzinslichen.

    2008 hatten wir nur ca. 25% Aktienanteil im Depot, dafür aber massenhaft Anleihen mit Junk-Rating, die keineswegs weniger stark abgestürzt waren als Aktien. Es hat sich zwar alles wieder erholt, aber zum „Nachlegen“ hatten wir kaum Spielraum.
    Das einzig Spektakuläre, was wir damals tun konnten, war der Verkauf des letzten verbliebenen Pfandbriefs (der im Herbst 2009 ohnehin ausgelaufen wäre), dessen Erlös wir an Weihnachten 2008 (kurz vor der Änderung der Steuergesetze) in diese Anleihe investiert haben (es müssen nicht immer Aktien sein) – mit 10% Depotanteil zum Zeitpunkt des Kaufs.

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  59. Wenn ich meine Anlage zu 1,5% Kosten tätigen kann (Sparplan), dann finde ich das noch absolut o.k.
    Zahlst du weniger? Welche Gebührenquote versuchst du zu erreichen?

    Natürlich zahle ich weniger.

    Die Gebührenquote hängt näherungsweise direkt von der Höhe des Anlagebetrags ab (zumindest in einem Intervall zwischen 2.000 € und 25.000 € pro Kauf, was dem Mindest- und Höchstbetrag der Gebühren unserer marktführenden Direktbanken entspricht.

    8 € Transaktionskosten für 2.000 € Paketgröße (das ist meine Untergrenze für das Transaktionsvolumen) entsprechen 0,4% des Anlagebetrags (wobei für Anleihen oftmals noch Börsengebühren hinzu kommen, die aber relativ gering sind).
    Bei DAX-Aktien bietet die DAB im Eigenhandel Gebühren schon ab 4,95 € an.

    Größere Transaktionen sind schon deutlich preiswerter: Für 6.000 € Paketgröße zahlt man im „Best Price“-Sekundenhandel via L&S bei der DAB-Bank etwa 15 €, was eine Gebührenquote von nur noch 0,25% bedeutet.

    Solche Paketgrößen schafft man natürlich mit einem Einsteigerdepot nicht. Aber das ist ein Grund dafür, zu Beginn seiner Sparer-Karriere entweder auf ETFs zu setzen oder in den ersten Jahren der Ansparphase die Streuung seiner Investments bewusst zu vernachlässigen.
    Es mag erschreckend aussehen, das erste Geld zu 100% in einen einzigen Titel zu stecken – aber wenn man die Höhe des ersten Anlagebetrags mit der Summe der weiteren Einzahlungen allein des ersten Jahres vergleicht, dann ist dieser Klumpen gar nicht mehr so groß.
    Und bei 100.000 € Anlagekapital, die man ja wohl in wenigen Jahren erreicht haben möchte, kommt man bei 25-33 Einzelwerten bereits auf eine Positionsgröße von 3.000-4.000 € – warum also mit deutlich kleineren Positionsgrößen beginnen und dadurch unnötig hohe Gebühren abdrücken?

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  60. Karl Napf: Diese Denkweise halte ich nicht für hilfreich: Anleihe ist nicht gleich Anleihe.

    Wenn ich in einem Depot Anleihen als Bestandteil mit dabei habe, dann will ich zumindest wissen, ob ich sie in einer Krise ohne Kursverlust verkaufen könnte, um dadurch den Hebel für die anschließende Erholungsbewegung vergrößern zu können. Und dies geht bei soliden Anleihen viel eher als bei hochverzinslichen.

    Da stimme ich dir zu ,jedenfalls wenn man die anschließende Erholungsphase , wenn sie es dann schon ist , mit Verkaufserlösen der Anleihen hebeln will…allerdings gehe ich davon aus , dass ich Anleihen erwerbe , die ich liegen lasse ,..das ist auch der Grund , warum in meiner Auflistung nur Nominalkurse zu sehen sind , ich will und werde sie eben in Krisenzeiten nicht verkaufen um zu Hebeln…ich glaube nicht , dass es immer so schnell mit der Erholung gehen muss , die Gründe, die Markt-und Finanzmanipulationen waren so , dass sie m. E. nicht unbedingt wiederholbar sind…und Karl , wenn erstmal die ersten 50% verbrannt sind und die Medien dich mit Katastrophenmeldungen zuschütten ,..lähmt das ja auch das eigene Handeln.. dann bin ich nicht der Typ , der sicheres Geld aus Anleihen zieht und damit Aktienverluste begrenzen will.
    Für mich sind Anleihen eine ruhende Position, die ständig Erlöse abwirft , die kalkulierbar sind…Schwankungen gibt es bei den Zinsen nur bei Fremdwährungsanleihen und die können sowohl positiv , wie auch negativ sein…und für mich ist es Kapitalsicherung , jedenfalls wenn es einen Börsencrash geben sollte ( wird ).

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  61. Für mich sind Anleihen Wertpapiere wie andere auch.
    Die lasse ich nicht mal in ruhigen Zeiten einfach liegen, wenn es eine Möglichkeit gibt, daran etwas signifikant zu verbessern (beispielsweise durch den Ritt auf der Zinsstrukturkurve).

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  62. Hi,

    yep, klingt plausibel und nachvollziehbar.

    Hier meine Begründung: ich möchte nicht alle Eier in einen Korb legen. Meine Glaskugel habe ich verlegt und wer weiß, wie sich der Markt entwickelt.
    Ich bin wg. persönlicher Erfahrung davon getrieben, direkte Auszahlungen zu bekommen, und warte nicht immer, bis ich größere Beträge anlegen kann.

    Sparpläne helfen mir andere Strategien im realen Leben mit realem Geld zu überprüfen. Da greife ich dann gerne auf die ETFs zurück.

    Oder für einen ersten Positionsaufbau eines Wertes.

    Ferner kann ich mit kleineren Größen mischen : HighYield und Substanzwert.

    Ich halte alle Kosten nach und für die Ergebnisse pro Position werden die selbstverständlich berücksichtigt. Ich habe jetzt ein weiteres Depot bei CC eröffnet und kann für die nächsten 12 Monate zu deutlich reduzierten Kaufkosten als Neukunde Positionen aufbauen. Das wird auch schon helfen.

    Danke dir für deine wie gewohnte exzellente Expertise,

    ~ Markus

      (Zitieren)

     
  63. Aktien verbriefen halt Eigentumsrechte (in Falle einer Insolvenz eventuell nützlich) während Anleihen reine Schuldverschreibungen sind. Ich finde allerdings Wandelanleihen als ein interessantes Investment.

    Einige Experten gehen ja von einer Erhöhung der Zinsen auf mind. 5 Prozent bereits innerhalb der nächsten 1,5 Jahre aus. Also auch Beendigung der Nullzinspolitik. Was denkst du darüber Karl? Für mich ist eine solche Prognose etwas sehr optimistisch besonders in Europa.

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  64. Ein weiteres Problem als die Gier der Banker hinsichtlich der Provisionen bei den sinnfreien Kreditvergaben war die Praxis der Ratingagenturen diese Papiere ohne tiefgehende Prüfung mit AAA zu raten – diese Papiere wurden dann gebündelt und fanden ihren Weg in das Portfolio europäischer Banken und Fonds.

    Ich persönlich habe aufgehört, auf die Meinungen der großen Ratingagenturen zu hören. Vermutlich bin ich nicht der einzige hier. 🙂

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  65. Ich weiß ja nicht woher du diese Zahl von 5% gelesen hast, ich halte das für undenkbar, vor allem nicht in den nächsten 18 Monaten und auf gar keinen Fall in Europa. Auch für die USA sehe ich die 5% nicht so schnell.

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  66. [a href=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/BIP-USA.xls“]BIP-USA.xls[/a]
    Die Zinsen der Fed hängen primär an der BIP-Entwicklung in den USA.
    Dort heißt es natürlich nicht BIP, sondern wird mit GDP abgekürzt.

    Man kann einen Zusammenhang erkennen, man muss bloß die Daten aus beiden Webseiten in einer Excel-Tabelle zusammenführen:
    Leitzinsen Fed: http://www.finanzen.net/leitzins/USA@historisch
    GDP (BIP) USA Wachstum jährlich: siehe Anhang (Excel)

    Wobei… wenn ich mir jetzt schon die Daten besorgt habe, dann kann ich es auch mal selbst gegenüberstellen… (aber nicht mehr diese Woche!)

    Beste Grüße
    Michael

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  67. Zeitgenosse: Einige Experten gehen ja von einer Erhöhung der Zinsen auf mind. 5 Prozent bereits innerhalb der nächsten 1,5 Jahre aus.

    Welche Zinsen – die kurzfristigen Leitzinsen oder die Rendite zehnjähriger Treasuries?
    Bei letzteren kann ich mir ein Zinsniveau von 4% in zwei Jahren durchaus vorstellen (das wären umgerechnet 12% Kursrückgang für solche Papiere – eine Rendite von 6%, wie die Tier-1-Anleihen der US-Großbanken sie bieten, würde dann gerade so eben zum Werterhalt vor Steuern und Inflation ausreichen, wobei ich dann allerdings mit einer weiteren Dollar-Aufwertung rechne).

    In Europa sind wir von 5% Zinsen meilenweit entfernt.

    Die Zinsdifferenz zwischen deutschen und amerikanischen Staatsanleihen liegt derzeit bei etwa 1,5% – und sie wird durch die aktuelle Politik der jeweiligen Zentralbanken auf kurze bis mittlere Sicht nicht kleiner, sondern eher größer werden.

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  68. Hallo Karl, du hast dich ja zeitweise auch pro Adidas geäußert, soweit ich das richtig in Erinnerung habe. Hältst du die strukturellen Probleme die Adidas hat für so gravierend um die Aktie vorerst zu meiden, oder ist die Korrektur von 92 auf 53 Euro groß genug gewesen um langsam im Bereich von 60 Euro einen Boden auszubilden? Könnte somit Adidas langsam wieder interessant sein um einzusteigen?

      (Zitieren)

     
  69. Auch von mir vielen Dank an Markus und Karl Napf für die Erklärung. Im Moment lege ich per Sparplan monatlich in 3 ETFS (Global Select Dividend, EuroStoxx und S&P 500) an. Klingt so als sollte ich lieber die doppelte Summe alle 2 Monate investieren, damit die Gebühren die Sparbeträge nicht „auffressen“.

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  70. Die Zinsen der Staatsanleihen. Allerdings wurde bei diesem Interview nur der amerikanische und israelische Markt behandelt. Europa nur marginal.

    Im übrigen halte ich persönlich die Nullzinspolitik der EZB für absolut falsch und zerstörerisch.

      (Zitieren)

     
  71. RastaMann:
    Hallo Karl, du hast dich ja zeitweise auch pro Adidas geäußert, soweit ich das richtig in Erinnerung habe. Hältst du die strukturellen Probleme die Adidas hat für so gravierend um die Aktie vorerst zu meiden, oder ist die Korrektur von 92 auf 53 Euro groß genug gewesen um langsam im Bereich von 60 Euro einen Boden auszubilden?Könnte somit Adidas langsam wieder interessant sein um einzusteigen?

    Wir haben Mitte August für 57 € nachgekauft (das dritte Mal, zuvor im März für 76 € und im Juli für 72 € – unser gemittelter Einstandskurs liegt nun bei 69 €, also wieder dort, wo wir Anfang 2013 begonnen hatten; die annualisierte Performance inklusive Dividenden liegt bei -8% netto, insgesamt ist also gar nichts Schlimmes passiert, man durfte bloß nicht Anfang 2014 für 90 € kaufen).

    Auch mit den deutlich gesenkten Prognosen kommt Adidas immer noch auf „5+3“ mit hoher Robustheit (das schaffen weder Coca-Cola noch Nestlé) und ist für ein historisch normales KGV von knapp 17 der nach „Gier“ viertbeste Titel im DAX.
    Zum aktuellen Kurs von 61 € liegt Adidas ziemlich genau in der Mitte meines „Halten“-Intervalls.

    Die zuvor von Adidas selbst versprochenen Gewinnziele mit deutlicher Steigerung sowohl des Umsatzes als auch der Marge waren viel zu optimistisch, aber ein ausreichendes Wachstum und eine geringe Zyklusabhängigkeit sind nach wie vor vorhanden.
    Auf mittlere Sicht sieht der Analystenkonsens den Wachstumspfad als ungebrochen an.

    Zur aktuellen Bewertung fühle ich mich mit Adidas im Depot wohler als mit Nike, wo mit einem KGV 50% über dem historischen Durchschnitt die beste aller Welten mehr als nur einmal eingepreist sein dürfte.
    Nike mag derzeit das erfolgreichere der beiden Unternehmen sein, aber die Aktie wird momentan auf der Basis ihrer geschätzten Gewinne für das Jahr 2018 (!) gehandelt, und das ist mir zu viel eingepreiste Zukunft.
    Puma verdient fast überhaupt kein Geld mehr; Asics ist mit KGV 21 deutlich teurer als Adidas und kaum besser.
    Bei Adidas ist inzwischen im Branchenvergleich viel Misstrauen eingepreist – das ist also eher eine Turnaround-Wette als ein „sicherer Hafen“. Aber ich mag solche Werte, solange sie in der Summe keinen zu großen Depotanteil einnehmen; die Branche erfüllt meine Robustheitskriterien, und dazu gibt es gar nicht so arg viele Alternativen.

    [a href=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/Adidas-Marken.png“][img src=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/Adidas-Marken.png“][/a]
    Wenn man sich in der Bilanz ansieht, wie relativ groß der Umsatzanteil der Kernmarke „adidas“ ist und wie relativ klein die Anteile der beiden derzeit kriselnden Bereiche „Reebok“ und „TaylorMade“, dann habe ich den Eindruck, dass Adidas als Gesamtkonzern vom Markt ein bisschen arg pessimistisch betrachtet wird.

      (Zitieren)

     
  72. Matthias: edit: Das sollte eigentlich unter Alois stehen, irgendwie macht das was es will.

    Wenn Du auf „Zitieren“ klickst, dann wird Dein Beitrag (leider) auf der obersten Ebene eingefügt; wenn Du auf „Antworten“ klickst, dann eine Ebene unterhalb des Beitrags, auf den Du antwortest (wobei frühere Antworten auf denselben Beitrag zwischen selbigem und Deiner Antwort möglich sind).

    Ich mache das so, dass ich
    * zuerst direkt antworte,
    * danach den Zitat-Teil erzeuge (den ich ggf. brauche, um auf den Originalbeitrag zu verlinken) und
    * zuletzt diesen Zitat-Teil nachträglich in meine Antwort einfüge (die lässt sich ja 60 Minuten lang ändern).

      (Zitieren)

     
  73. Danke Karl für deine Ausführungen, ich bin ja kein ausgewiesener Fussballexperte, aber was ich so in unserem Freundeskreis höre, sind doch viele sehr überrascht dass ausgerechnet in einem WM Jahr in dem Deutschland auch noch den Titel holt, die Gewinnerwartungen so drastisch reduziert werden mussten. Das spricht nicht wirklich für das Management! Die daraus resultierende Frage für mich ist: Warum soll das in 2015 besser werden? Da sind keine sportlichen Großereignisse zu erwarten!
    Oder ist das zu kurz gedacht? Der fallende Euro dürfte Adidas auch etwas helfen, aber wird das reichen für eine Trendwende?

      (Zitieren)

     
  74. Das, was da reduziert wurde, war eben gerade nicht die Erwartung im Fußballbereich (wo etwa die hohe Investition in Manchester United ihre Zeit brauchen wird – das ist ja auch eine Art Turnaround-Wette), sondern bei Reebok (das sich zu sehr in Richtung Lifestyle und zu weit weg von Sportbekleidung entwickelt hatte) und der Golfausrüstungssparte.

    Und ja, ich sehe den fallenden Euro auch als zusätzlichen Booster für die Adidas-Bilanz.
    Zu dem Zeitpunkt, wo es bei Adidas Katastrophenmeldungen regnete, stand der Euro fast bei 1,40 zum Dollar, und inzwischen wetten US-Investmentbanken auf die Parität.

    Und was den deutschen WM-Titel angeht:
    [a href=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/Adidas-Märkte.png“][img src=“http://dividenden-sammler.de/wp-content/uploads/2014/09/Adidas-Märkte.png“][/a]
    Ganz Westeuropa (inklusive Deutschland) hat am Adidas-Umsatz nur noch denselben Anteil wie Asien.
    So wichtig ist Deutschland also gar nicht für diesen längst globalisierten Konzern.

      (Zitieren)

     
  75. Hi,

    Nader:
    Auch von mir vielen Dank an Markus und Karl Napf für die Erklärung. Im Moment lege ich per Sparplan monatlich in 3 ETFS (Global Select Dividend, EuroStoxx und S&P 500) an. Klingt so als sollte ich lieber die doppelte Summe alle 2 Monate investieren, damit die Gebühren die Sparbeträge nicht “auffressen”.

    kommt auf deine Spargröße an.
    I.d.R. sind die Kosten bei einem 2-monatigem Anlegen proportional hoch.
    Beispiel monatlich: 25€, 1,5% Kosten = 0,37€
    Beispiel 2xmonatlich: 50€, 1,5% Kosten = 0,75€ (gerundet)
    Bei der comdirect ist das erst bei 14x 25€ gedeckelt. D.h. erst bei 350€ pro Sparposition fängst du an zu sparen.

    ~ Markus

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  76. Karl Napf:
    6,8% Performance sind übrigens gar nicht mal hoch gegriffen (unser Depot-Mix peilt derzeit 6,3% Gewinnwachstum und 3,0% Dividendenrendite an). Du darfst also ausgesprochen hohe Maßstäbe in Sachen Robustheit für Dein Depot ansetzen und wirst immer noch passende Titel finden.

    Hallo Karl
    eine Frage fürs Verständnis: Ist es nicht an sich „egal“, ob ich bei z. B. 8% Performance
    a) 4% Gewinnwachstum und 4% Dividende
    b) 6% Gewinnwachstum und 2% Dividende
    … habe? Wichtig ist doch grundsätzlich, dass mein Unternehmen wächst (mind. 4%? mind. 6%?) und relativ robust ist? Kaufen tue ich dann, wenn bei nicht Zyklikern das aktuelle KGV unter dem durchschnitts KGV liegt, bei Zyklikern ziehe ich andere Kriterien heran (zB KBV, KUV) und kaufe am besten nach einem Crash?

    Oder bringt es mir langfristig Vorteile (außer psychologischen 😉 wenn ich aktuell eine hohe Dividende erhalte? Nach der Korrektur zum durchschnittlichen KGV kann ich die Aktie wieder verkaufen und erhalte auch Cash (wie bei der Dividende)?!

    Grüße

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  77. Meine Verwendung der Summe aus Gewinnwachstum und Dividendenrendite als „Performance“ basiert genau auf der Annahme, dass beides gleichwertige Mechanismen der Wertsteigerung meines Depots darstellt.

    Steuerlich ist die Dividende möglicherweise ein wenig schlechter als das Gewinnwachstum, weil sie sofort versteuert werden muss, der Wertgewinn hingegen erst zum Zeitpunkt der Realisierung (Stichwort: Zinseszins-Effekt).
    Wobei allerdings die Unsicherheit herrscht, welcher Steuersatz zu diesem Zeitpunkt gelten wird – das könnte auch deutlich mehr sein als unsere aktuellen 25% plus Soli.

    Die Idee, Nichtzykliker zu unterdurchschnittlichen KGVs zu kaufen, erscheint mir ebenfalls grundsätzlich richtig.
    Das Problem dabei ist, dass man nicht erzwingen kann, überhaupt solche Aktien zu finden; derzeit ist das beispielsweise ausgesprochen schwierig.
    Wenn man sich buchstabengetreu an diese Bedingung halten will, dann ist man derzeit fast gezwungen, mit Cash an der Seitenlinie zu stehen und zu warten – ohne zu wissen, wie lang der Zustand dieser finanziellen Repression dauern wird.

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  78. Vielleicht sollte man doch mal einen Bereich für aktuelles anbieten…na , vielleicht wäre es dann wohl kein Blog sondern ein Forum ?
    Philips…gerade gesehen…will auch dem Gesundheitstrend folgen , demnächst will man Zahnbürsten entwickeln , die bereits beim Zähneputzen den Zahnarzt über den Zustand der Zähne informieren soll ??.. 🙁 den Kommentar verkneife ich mir jetzt ,..aber seid ihr auch überrascht von der Entwicklung bei Philips..da geht das Licht jetzt aus , Licht wird ausgelagert ,..hat Siemens gerade hinter sich gebracht…
    http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Probleme-bei-Medizintechnik-Philips-mit-Gewinnwarnung-und-Aufspaltungsplaenen-3889523

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  79. Ist zwar etwas Off-topic, aber weil ich gerade comdirect lese – ich finden diesen broker immer genialer. Ich wollte per Chatfunktion mein Auszahlungskonto ändern und die Kollegen im Chat meinte das geht erst, wenn ich auf mTAN umstelle. Gut, das habe ich gemacht (hat eine Woche gedauert, da physischer Aktivierungsbrief kommt). Dann ging’s trotzdem nicht. Ich hab mich nicht mal richtig beschwert, nur gesagt das geht so nicht und schon gaben sie mir 3 gratis trades wegen der falschen Auskunft. Echt cool!
    LG
    Simbi

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  80. Tja es sind letztlich die kleinen Dinge des Lebens die einem Freude bringen, oder? 3 Freetrades für Simbi oder mal in der Sonne sitzen und einen Cappuccino trinken, was will man mehr! Den Rest besorgen unsere Dividendenaktien, hoffentlich!
    Frohes Schaffen Simbi

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  81. die amerikanischen Rüstngsunternehmen scheinen gut zu verdenen, heute hat LMT seine Quartalsdividende von 1,33USD auf 1,5USD gesteigert, macht immerhin ca. 13% aus B-)

    und legen nochmals 2Mrd. USD für den weiteren Aktienrückkauf drauf, ob das so eine gute Idee ist ???

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  82. Hallo,
    inspiriert von diesem Planungs-Artikel hatte ich mir gestern Abend „The Dividend Lie“ gekauft und heute Vomirttag durchgearbeitet. Ich muss schon sagen, die Excelsheets sind wirklich ein gutes Tool um eine anständige Planung zu machen. Bei den Renditeannahmen habe ich mich ganz ans Buch gehalten, und meine Mischung zwischen Aristokraten und High Yielderngewählt, dies ergibt in meinem Falle eine geplante Nettorendite von 2,9%. Unsicher bin ich mir bei in Inflationsannahmen für die nächsten Jahre – darauf, also welche Annahmen realistisch sind, wird im Buch eigentlich so gut wie nicht eingegangen. Was habt ihr hier angenommen?

    Danke & Ciao
    Der Schneider

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  83. Hallo Schneider,

    die aktuelle Zielinflationsrate der EZB liegt bei 2%!
    In den USA wird die Inflation auch beachtet, aber im Gegensatz zu Europa wird in Amerika auch auf eine gute Beschäftigungslage geschaut. 5% Arbeitslosigkeit wird in den USA als Vollbeschäftigung bewertet.

    Manche schlauen Leute fordern eine Zielinflationsrate von 4%. Siehe Artikel von Prof. Dr. Rudolf Hickel (IAW).

    Ich persönlich würde mit 2-2,5% rechnen.
    Bist Du vorsichtig, dann mit 2,5% – willst Du es positiver dann 2%, weniger aber auf gar keinen Fall!
    Auch wenn aktuell in der EU nur noch eine Mini-Inflation herrscht… (siehe Jahresbasis).

    Beste Grüße
    Michael

      (Zitieren)

     
  84. Ich treffe keine expliziten Annahmen in Sachen Inflation.

    Implizit hingegen sehr wohl, wenn ich Tier-1-Anleihen mit mindestens 10 Jahren Laufzeit und 6% Brutto-Rendite ins Depot lege und sie als Teil des „kleinsten Übels“ in der aktuellen Marktsituation ansehe: Bei 4% Inflationsrate würde ein solches Papier netto gerade noch die Kaufkraft erhalten.

    4% Dividendenrendite ohne Gewinnwachstum wäre in einem solchen Szenario (das ich zwecks Entschuldung der Staaten ebenfalls für sinnvoll halte – was u. a. zur Entscheidung in Sachen Erhöhung unserer Aktienquote beigetragen hat) also nicht mehr ausreichend.

      (Zitieren)

     
  85. Wow, wirklich einer der besten Blogbeiträge, die ich gelesen habe. Es hat sich doch ausgezahlt, die ganzen „alten“ beiträge durchzuforsten 🙂

    Ich habe mir bereits aufgrund deines anderen Artikels The Dividend Lie gekauft – bin begeistert und arbeite bereits an meinen Vorbereitungsplänen um nicht mehr arbeiten zu müssen.

    Vielen Dank an den Autor und an alle Mitglieder dieses coolen Blogs!

    Ciao
    Kradelsche

      (Zitieren)

     
  86. Impressive! Arbeite gerade an einer ähnlichen Monitoring-Datei. Wie machst du das mit dem Divi-Forecast? Nimmst du die geschätzte Div-Auszahlungsquote wie man sie in Online-Analysetools findet, rechnest Du selbst hoch?

    Ich stehe mit der Vorausplanung noch etwas aufm Schlauch. Und wenn der Kurs fällt, verringert sich der Wert der Dividende, oder??? (Sorry, AGAIN, stupid question…?)

    Macht weiter so, danke!

    Eve

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  87. Eve: Und wenn der Kurs fällt, verringert sich der Wert der Dividende, oder???

    Neee, andersrum.
    Rendite=Kurs/Dividende

    Dabei ist die Dividende relativ stabil (oder zumindest träge), der Kurs ist volatil.
    Damit sinkt bei einem Unternehmen mit Problemen erstmalig der Kurs.
    Die reale Rechnung lautet Rendite=Einstand/Erträge (Divi+cashback+Gutschriften),
    ich halte es noch einfacher, sprich Gutschschrift-Belastung =pa Flow
    Wobei ich einzelne Trades NIEMALS auf pa hochrechne. Trade is trade. Wobei ich hier
    niemand verunsichern will, hier wird ja nicht verkauft, dafür Gebühren (PoC) vernachlässigt. 🙂
    Die Dividende wurde publiziert (kürzester Intervall ein Quartal) und gilt erstmal bis aufWiderruf siehe
    „announcement date“.
    Es ist problematischer diese Stellschraube signifikant zu ändern, das sie genehmigt werden
    muss und selbst wenn nicht gibt´s meist Stress.
    Erst wenn die Dividende (Forward) Substanz „frisst“ und sich das Unternehmen selbst schadet
    (Ausschüttungsquote aus dem Gewinn zu hoch oder schlimmer aus der Rücklage) wird es hingenommen.
    Sehr oft noch mit einer Kapitalerhöhung und anderen buchhalterischen „Schweinereien“ gewürzt.
    Bsp. DTAG, DeuBA, Transocean Ltd. RWE&EoN und einige REIT´s
    Ein Unternehmen das nur kurzfristig Sondersituation „stemmen“ muss (Klage, Rechtsstreit, Übernahme usw)
    die langfristige Gewinnperspektive haben erhalten oder gestärkt bleibt, wird daran nichts ändern, der Kurs
    kann kurzfristig dennoch sinken (sogar dramatisch). Das nennt sich dann antizyklisch (in der Form von Chartisten). Die Forward-Divi bleibt dann maximal gleich (zB Shell oder mein ZAR)

      (Zitieren)

     
  88. HggM:
    Huuuch, seit wann bin ich purble, not green?? Sonnenbrand!

    Geine Ahnunk, opps am Sonnenprant liekt. Aper pesser burble als prown oder plue.

      (Zitieren)

     

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Von Dividenden leben – Planung, Kontrolle & Steuerung

geschrieben von Simbabwe Lesezeit: 8 min
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