20 Trends für 2016

Bainstorming

20 Trends für 2016

Die nachfolgenden zwanzig Trends sind vom Commerzbank Research aufgelegt worden und von deren Aktienmarktstrategen in einfache und klare Worte gefasst worden.

Ob das alles so eintrifft ist eine andere Frage, aber diese Möglichkeiten zu wissen und darüber nach zu denken kann mit Sicherheit nicht verkehrt sein! :good:

Trend 1: Die robuste US-Wirtschaft stützt 2016 den DAX mit einem Wachstum von 2,5 Prozent
Der stärkere US-Dollar und das Ende des Schieferölbooms werden die US-Wirtschaft auch 2016 bremsen. Doch die Konsumenten in den USA profitieren weiterhin von den niedrigen Zinsen und den gedrückten Benzinpreisen. Wir prognostizieren daher für die USA für 2016 ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent bei einer Inflation von 2,0 Prozent. Dank dieses nominalen Wachstums von 4,5 Prozent sollten viele DAX-Unternehmen 2016 von guten Geschäften in den USA berichten.

Trend 2: Der Euroraum wächst 2016 moderat um 1,3 Prozent
Das robuste Wachstum im Euroraum war eine der Überraschungen des Börsenjahres 2015. Dank der sehr expansiven Geldpolitik der EZB und der anhaltenden Schwäche des Euro erwarten wir auch für 2016 ein moderates Wachstum des Euroraums von 1,3 Prozent. Für Deutschland liegen wir mit unserer Wachstumsprognose von ebenfalls 1,3 Prozent jedoch unter den Markterwartungen – die deutsche Wirtschaft könnte unter der anhaltend schwachen Entwicklung in den Emerging Markets leiden.

Trend 3: Das Wachstum in China wird sich 2016 weiter auf 6,3 Prozent abschwächen
Die Wachstumsabschwächung der chinesischen Wirtschaft wird sich 2016 fortsetzen. Doch dank der sechs Zinssenkungen der Bank of China verliert die Abwärtsdynamik deutlich an Fahrt, da sich der Konsum in China zunehmend stabilisieren sollte (unter anderem steigende Hauspreise, stabile Autoverkäufe). Da der DAX von internationalen Investoren als Investment in die Konjunktur in China gesehen wird, würde der DAX von chinesischen Stabilisierungssignalen überdurchschnittlich profitieren.

Trend 4: Dank der expansiven EZB-Politik verharrt die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen 2016 unter 1 Prozent
Im Euroraum wird das moderate Wirtschaftswachstum (1,3 Prozent) bei niedriger Inflation (1,2 Prozent) dazu führen, dass die EZB 2016 weiterhin im großen Stil Staatsanleihen kaufen wird. Zudem könnte die EZB im Frühjahr nochmals ihren Diskontsatz von –0,3 Prozent auf –0,4 Prozent senken. Wir erwarten daher 2016 nur einen kleinen Anstieg der Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 0,9 Prozent. Die aktuelle DAX-Dividendenrendite von 2,9 Prozent bleibt damit weiterhin sehr attraktiv im Vergleich zu den Renditen an den Anleihenmärkten.

Trend 5: Die US-Notenbank erhöht 2016 ihren Leitzins auf 1,25 Prozent
2016 wird ein Jahr mit stetig steigenden Leitzinsen in den USA. In unserem Szenario erhöht die US-Notenbank ihren Leitzins bis Ende 2016 auf 1,25 Prozent, da sich der Arbeitsmarkt in den USA weiter erholen wird. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen wird 2016 mit den Leitzinsen nach oben gehen und Ende 2016 bei 3,0 Prozent notieren. Einen starken Renditeanstieg halten wir jedoch für unwahrscheinlich, da die Inflation in den USA mit 2,0 Prozent gemäßigt bleiben wird.

Trend 6: Der Euro wird 2016 relativ schwach bleiben
Nach der deutlichen Abwertung des Euro im Jahr 2015 wird er auch 2016 relativ schwach bleiben. Während die EZB-Politik im Jahresverlauf nochmals expansiver werden könnte, wird die US-Notenbank dreimal ihren Leitzins anheben. Die Rendite für zehnjährige US-Anleihen liegt Ende 2016 210 Basispunkte über der Rendite für entsprechende Bundesanleihen – dieser Renditevorteil sollte den US-Dollar gegenüber dem Euro Ende 2016 Richtung 1,03 US-Dollar treiben.

Trend 7: Ifo-Index tendiert leicht schwächer, ISM-Index erholt sich
Der sehr starke US-Dollar war 2015 ein wichtiger Grund, warum sich der Ifo-Index relativ robust entwickelt hat, während der ISM-Index für die US-Wirtschaft unter 50 gefallen ist. 2016 könnte der Ifo-Index leicht fallen, da die deutsche Wirtschaft weiterhin unter der Abschwächung der Emerging Markets leidet. Der ISM-Index könnte sich dagegen leicht erholen, da der größte Anpassungsdruck durch den stärkeren US-Dollar für die US-Wirtschaft überstanden sein sollte.

Trend 8: Der DAX überrascht 2016 positiv und steigt auf 12.600 Punkte
Das robuste Wachstum im Euroraum und den USA, die Stabilisierung des Konsums in China und der anhaltend schwache Euro sind wichtige Gründe, warum wir für den deutschen Aktienmarkt ein gutes Börsenjahr 2016 mit Kursgewinnen von mehr als 10 Prozent erwarten. In unserem DAX-Szenario gehen wir davon aus, dass ein Großteil der Kursgewinne bis zum Hochpunkt der DAX-Dividendensaison im April und Mai erzielt wird.

Trend 9: Implizite Volatilitäten VDAX und VIX senden auch 2016 antizyklische Kaufsignale
Risikofaktoren wie die stetigen Leitzinserhöhungen in den USA und die unstetige Wirtschaftsentwicklung in China könnten den DAX auch 2016 zwischenzeitlich unter Druck setzen. Wir empfehlen Investoren, vor allem in nervösen Marktphasen, in denen die impliziten Volatilitäten VDAX und VIX jeweils über 20 notieren, antizyklisch Aktienpositionen aufzustocken.

Trend 10: Der Trend der DAX-Gewinnerwartungen wird 2016 um 7 Prozent auf 900 Indexpunkte zulegen
Wir erwarten 2016 relativ robuste Gewinnerwartungen für den DAX, da nun auf der Gewinnseite die positiven Auswirkungen des schwachen Euro voll zum Tragen kommen sollten – im Geschäftsjahr 2015 waren noch viele Unternehmen zu deutlich höheren Wechselkursen abgesichert. In unserem Szenario werden daher die DAX-Gewinnerwartungen für die kommenden zwölf Monate bis Ende 2016 um 7 Prozent auf 900 Indexpunkte steigen – ein neues Allzeithoch für den deutschen Aktienmarkt.

Trend 11: Der DAX-Buchwert steigt 2016 um 6 Prozent auf 7.200 Indexpunkte
Auch 2016 wird das Eigenkapital in den Bilanzen der DAX-Unternehmen durch Gewinnrücklagen der Unternehmen stetig wachsen, sodass der Rekordlauf des DAX fundamental solide untermauert ist. Das Eigenkapital der DAX-Unternehmen könnte insgesamt auf 790 Milliarden Euro steigen, was 7.200 Indexpunkten entsprechen würde – ein Wachstum von 6 Prozent.

Trend 12: Das DAX-KGV steigt 2016 von 13 auf 14
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX hat 2015 eine Achterbahnfahrt erlebt. Im ersten Halbjahr stieg das KGV dank der Abwertung des Euro von 13 auf 15, um dann im dritten Quartal aufgrund der Sorgen um das Wachstum der chinesischen Wirtschaft von 15 auf 11 einzubrechen. Zuletzt hat sich das KGV wieder auf 13 erholt. Wir erwarten für 2016 eine leichte Ausweitung der KGV-Bewertung von 13 auf 14, getrieben von dem anhaltend schwachen Euro, der starken DAX-Dividendensaison und der Stabilisierung des Konsums in China.

Trend 13: 24 DAX-Unternehmen heben 2016 ihre Dividende an
Viele DAX-Unternehmen haben 2015 von dem schwächeren Euro und dem robusten Wachstum im Euroraum und in den USA profitiert. Daher erwarten wir 2016 für 24 der 30 DAX-Unternehmen eine höhere Dividendenzahlung, während nur 3 Unternehmen ihre Dividende senken werden. Zum Vergleich: 2015 haben nur 19 DAX-Unternehmen eine höhere Dividende gezahlt.

Trend 14: Die DAX-Dividendensumme steigt 2016 um 3 Prozent auf ein neues Allzeithoch
Die DAX-Sorgenkinder Deutsche Bank, RWE und Volkswagen werden ihre Dividendenzahlungen insgesamt um 2,6 Milliarden Euro reduzieren. Dennoch wird die DAX-Dividendensumme um 3 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 30,4 Milliarden Euro steigen, da einige Schwergewichte wie Daimler, BMW, Allianz und Deutsche Telekom ihre Dividendenausschüttung deutlich ausweiten werden. Zudem hat Vonovia als starker Dividendenzahler – die erwartete Dividendenausschüttung liegt bei über 400 Millionen Euro – im DAX Lanxess ersetzt. 2015 hatte Lanxess nur knapp 50 Millionen Euro ausgeschüttet.

Trend 15: Aktienrückkäufe sollten 2016 zunehmen
Drei DAX-Unternehmen kaufen derzeit einen Teil ihrer Aktien wieder zurück: adidas, die Münchener Rück und Siemens. Insgesamt ist das Aktienrückkaufvolumen der DAX-Unternehmen mit 2,5 Milliarden Euro relativ gering im Vergleich zu den 30,4 Milliarden Euro Dividendenausschüttungen. In den USA liegt das Aktienrückkaufvolumen dagegen deutlich über den Dividendenzahlungen. Wir erwarten, dass infolge des anhaltenden Niedrigzinsumfelds im Euroraum auch am deutschen Aktienmarkt die Aktienrückkäufe zunehmen werden. So halten wir bei dem Versicherer Allianz die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms für wahrscheinlich.

Trend 16: 2016 auf Aktien mit steigenden Dividenden und attraktiven Dividendenrenditen setzen
Bei der Einzeltitelauswahl im DAX sollten Investoren auf jene DAX-Aktien setzen, die zum einen ihre Dividende anheben werden und die zum anderen eine Dividendenrendite von mehr als 2,5 Prozent bieten. Vor allem die DAX-Sektoren Versicherungen und Telekom und ausgewählte Auto-Aktien sollten daher in das Blickfeld der Investoren rücken.

Trend 17: Positive Mittelzuflüsse für Aktien-Publikumsfonds werden 2016 anhalten
Die DAX-Dividendenrendite liegt mit 2,9 Prozent weiterhin 110 Basispunkte über der Rendite von BBB-Unternehmensanleihen und 220 Basispunkte über der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Dieser Renditevorteil hat bereits 2015 zu Mittelzuflüssen Richtung Aktien geführt: Laut BVI-Statistik sind von Januar bis September 11 Milliarden Euro in deutsche Aktien-Publikumsfonds geflossen. Wir erwarten, dass dieser vielversprechende Trend Richtung Aktienanlage 2016 anhalten wird.

Trend 18: Nach einem enttäuschenden Börsenjahr 2015 steigt der S&P 500 2016 auf 2.250 Punkte
Der starke US-Dollar, die erfolgte Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank und das Ende des Schieferölbooms haben in den USA zu einem relativ enttäuschenden Börsenjahr 2015 geführt. Für 2016 sind wir wieder optimistischer für den S&P 500 und prognostizieren einen Anstieg auf 2.250 Punkte, da der Großteil der für den S&P 500 negativen US-Dollaraufwertung nun hinter uns liegen sollte.

Trend 19: Der EURO STOXX 50 profitiert von der expansiven EZB-Politik und steigt auf 3.700 Punkte
Ähnlich wie der DAX wird auch der EURO STOXX 50 2016 von der Suche nach attraktiven Dividendenrenditen profitieren. Die erwartete Dividendenrendite für den EURO STOXX 50 liegt aktuell mit 3,5 Prozent sogar 60 Basispunkte über der DAX-Dividendenrendite. Zudem ist das Gewicht der Rohstoffunternehmen im EURO STOXX 50 mittlerweile deutlich gefallen, sodass der Index die anhaltenden Probleme im Rohstoffsektor robuster wegstecken wird.

Trend 20: Unsicherheit für chinesische Wirtschaft bleibt 2016 der größte Risikofaktor
In unserem optimistischen DAX-Szenario gehen wir 2016 von einer Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft aus – insbesondere der Konsum sollte sich dank der Zinssenkungen der chinesischen Notenbank wieder beleben. Eine ungebremste Talfahrt der Wirtschaftsaktivität in China würde den exportlastigen DAX sehr belasten. Geopolitische Risikofaktoren wie die latente IS-Terrorgefahr könnten die Aktienmärkte regelmäßig zurückwerfen. Und weiterhin belastet das Zurückdrehen der Reformen in Deutschland mit steigenden Löhnen und höheren Lohnstückkosten die mittelfristigen Aussichten für den deutschen Aktienmarkt. Und auch der mögliche Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, der sogenannte Brexit, könnte die Aktienmärkte zwischenzeitlich belasten.

Quelle: Ideas Heft Ausgabe 165 | Januar 2016 | Commerzbank

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein erfolgREICHES Börsenjahr 2016! :yahoo:

Vielen Dank fürs Lesen! :hut:

Euer
Dividenden-Sammler

2 thoughts on “20 Trends für 2016”

  1. Frohes neues an alle Investoren! Also ich finde es schon bemerkenswert wie alle hier noch kein einziges Wort über die aktuelle Marktlage verlieren und wohl damit zeigen, was soll’s ich bin Long. China und dann noch die künstlichen Notenbanken mit ihren Niedrigzinspolitik, das wird schon wieder.
    Na da bin ich mal gespannt wie turbulent das Aktienjahr 2016 wird.

      (Zitieren)

     
  2. Hallo Sunny,
    es wird sehr turbulent werden, ich halte Schwankungen von mehreren tausend Punkten
    für möglich, wer da wenig Erfahrung hat, wird wohl in diesem Jahr sehr unruhig werden.
    Viele Grüße
    Raymund

      (Zitieren)

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

:bye: 
:good: 
:negative: 
:scratch: 
:wacko: 
:yahoo: 
B-) 
:heart: 
:rose: 
:-) 
:whistle: 
:yes: 
:cry: 
:mail: 
:-( 
:unsure: 
;-) 
:hut: 
 

20 Trends für 2016

geschrieben von Dividenden-Sammler Lesezeit: 11 min
2
Beitrag
Comments